Bisherige Geschäftsführung von Weltbild entmachtet

Bei der insolventen Verlagsgruppe Weltbild hat nur noch Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz das Sagen. Das Amtsgericht Augsburg entzog der bisherigen Geschäftsführung um Carel Halff die Verwaltungs- und Vermögensbefugnis über das Unternehmen und vertraute sie Geiwitz an. Bisher war der Insolvenzverwalter auf die Zustimmung von Halff angewiesen. Der Gerichtsbeschluss trägt das Datum vom 15. Februar. „Wegen Eilbedürftigkeit“ sei die Entscheidung zunächst ohne Anhörung des Gläubigerausschusses erfolgt. Geiwitz war seit dem Insolvenzantrag am 10. Januar zunächst nur als „schwacher vorläufiger Insolvenzverwalter“ mit beschränkten Vollmachten eingesetzt worden. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwoch) soll der langjährige Weltbild-Geschäftsführer Halff „nicht glücklich“ über das Konzept von Geiwitz gewesen sein. Halff ist seit Wochen für Medienanfragen nicht erreichbar. Der 62-Jährige arbeitet seit 1975 bei Weltbild. Aus einem defizitären kleinen katholischen Zeitschriftenverlag formte der Niederländer einen europaweit tätigen Medien- und Versandhändler. Weltbild schreibt schon länger rote Zahlen. 2013 sollen die Verluste laut Zeitung rund 100 Millionen Euro betragen haben. Gewerkschafter und Betriebsräte hatten schon kurz nach dem Insolvenzantrag der Weltbild-Geschäftsführung um Halff schwere Fehler vorgeworfen. Unterdessen hat der Kölner Verlag Bastei Lübbe erneut Interesse an Teilen der Verlagsgruppe Weltbild angemeldet. Geiwitz erwartet bis Ende Februar Angebote potenzieller Käufer oder Investoren. DT/KNA