Bahn in Österreich: Nicht mehr religiös

Die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) bieten Nutzern von Smartphones, Laptops und Tablets rund 100 Printmedien aus dem online abrufbaren APA-Kiosk zur Lektüre in den Railjet-Zügen an – nicht jedoch die dort grundsätzlich zugänglichen Kirchenzeitungen. Dass sich im ÖBB-WLAN-Netz („Railnet“) kein religiöses Medium welcher Glaubensrichtung auch immer finde, sei „eine bewusste Entscheidung“, teilte Pressesprecher Bernhard Rieder der Kooperationsredaktion der österreichischen Kirchenzeitungen mit. Als öffentliches Unternehmen könnten die ÖBB „keine Bevorzugung beziehungsweise Vernachlässigung von Glaubensrichtungen propagieren“. Heinz Finster, als Generalsekretär der Kirchenpresse-Konferenz Sprecher der Kirchenzeitungen, nannte diesen Boykott „äußerst bedauerlich“. Finster wies darauf hin, dass die Kirchenzeitungen weit über innerkirchliche Fragen hinaus bedeutsamste Herausforderungen für die gesamte Gesellschaft thematisieren – und dies „in sehr objektiver und fundierter Form“. Weil der ÖBB auch von Steuern bezahlt werde, dürfe Respekt vor anerkannten Religionsgemeinschaften erwartet werden. DT/kathpress