Auf zur Elchjagd

Achtung, diese Glosse ist politisch nicht korrekt – Lesen darf man sie dennoch

Von Hinrich E. Bues

In Schweden, dem Vorzeigeland aller familienpolitischen Neuerungen, gibt es die von der Familienministerin propagierten „Vätermonate“ übrigens schon länger. Die tragen in Schweden sinnigerweise den Namen „Elchurlaub“. Wie kommt das? Schwedische Männer sehen es halt etwas lockerer als ihre Geschlechtsgenossen hierzulande. Endlich können sie (nach der Geburt eines Kindes) mal für mehrere Wochen oder Monate weg von der Firma. Und statt den Dienst am Herd und an den Windeln zu versehen, sagen sie: „Liebste, ich bin dann mal weg, ich gehe Elche jagen.“

Das ist übrigens ganz wörtlich gemeint. Denn in den Weiten des skandinavischen Landes laufen viele Elche herum und schwedische Männer nisten sich gerne für einige Wochen oder auch länger in einer der urgemütlichen „Hytter“ ein. Dort feiern sie ihr Dasein als Väter, jagen, spielen und trinken. Sie streifen durch die wilden Weiten nördlich des Polarkreises und tanken Kraft und Ideen für den Familienalltag. So können sie auch den eigenen Jungs später wichtige Impulse gegen eine verweiblichte Erziehung geben.

Da können deutsche Männer von ihren schwedischen Geschlechtsgenossen nur lernen. Warum sich also Sorgen machen über die jüngsten Vorschläge Ursula von der Leyens, die Vätermonate in der nächsten Legislaturperiode zu verlängern oder gar obligatorisch zu machen?

Kreativität ist allerdings gefragt. Denn Elche laufen in Deutschland nur in Zoos herum. Und auch die Weiten Mecklenburgs, Vorpommerns und Brandenburgs sind leider nicht so urtümlich und menschenleer wie vergleichbare skandinavische Gebiete. Auch schöne Jagdhütten fehlen hierzulande.

Dennoch besteht Hoffnung für deutsche Väter. Schließlich tragen wir nicht umsonst den Titel eines Reiseweltmeisters. Reiseveranstalter haben doch schon jetzt die Wüste Gobi, den Himalaya, den Amazonas oder das australische Outback im Programm. Für christliche Männer empfiehlt sich vielleicht eine Pilgerfahrt mit dem Auto nach Jerusalem oder die derzeit populäre Wanderung nach Santiago di Compostela. Hape Kerkeling hat es schließlich vorgemacht. „Ich bin dann mal weg“, heißt es dann. Also, liebe deutsche Männer, seht die Pläne der energischen Frau im Familienministerium einfach positiv. Entdeckt den Mann und Jäger in Euch, hört die Signale: Auf zur Elchjagd!