Wissenschaft

Akademische Angebote im Ausland für Christen

Wer akademische Angebote im Ausland sucht, wird hier fündig: Das Angelicum in Rom befasst sich mit Johannes Paul II., während die Ordenshochschule CESAG in Palma de Mallorca Journalismus lehrt.
CESAG auf Palma de Mallorca: Kommunikationswissenschaften studieren ohne Sprachbarrieren
Foto: IN | Kommunikationswissenschaften studieren ohne Sprachbarrieren: Im CESAG auf Palma de Mallorca werden Prüfungen auf Spanisch, nicht in der Landessprache Katalanisch abgelegt.

An der Päpstlichen Universität Angelicum in Rom wurde im Mai 2020 das von zwei polnischen Stiftungen unterstützte Johannes-Paul-II.-Kulturinstitut mit dem Ziel eingerichtet, „im Lichte des intellektuellen und spirituellen Erbes des Heiligen Johannes Paul II. gemeinsam mit herausragenden Kräften der Philosophie, Theologie und Kultur über die dringlichen Herausforderungen der zeitgenössischen Kultur nachzudenken, denen sich Kirche und Welt heute gegenübersehen.“

Im akademischen Jahr 2021–2022 beginnt dort ein zweisemestriges Studium mit insgesamt gut 230 Stunden, in denen Studenten bis zu fünfzig Leistungspunkte (ECTS-Credits) erwerben können. Das Programm soll Leben, Werk und Lehre von Johannes Paul II. vertiefen. Es richtet sich an Priester und Seminaristen, Angehörige von Ordensgemeinschaften, Katecheten, aber auch an Studenten höheren Semesters sowie an Akademiker und Journalisten, „die sich mit Fragen des Glaubens und der Kirche beschäftigen“. Das Programm wird in englischer Sprache abgehalten.

Drei Veranstaltungsblöcke

Laut der eigenen Homepage gliedert sich der einjährige Kurs in drei Veranstaltungsblöcke: Im ersten Teil „Überlegungen zu Johannes Paul II.“ werden Leben und Lehre des polnischen Papstes in Philosophie, Theologie und Sozialwissenschaften beleuchtet. Der zweite Abschnitt „Denken mit Johannes Paul II.“ befasst sich mit Herausforderungen für die heutige Welt und die Kirche im Lichte der Lehre von Johannes Paul II. samt einem Theaterworkshop und einer Inszenierung von Karol Wojty³as „Werk“ sowie einer Rundreise durch Polen „Auf den Spuren von Johannes Paul II.“ Dazu gehört aber auch die mögliche Teilnahme an monatlichen öffentlichen Vorträgen des Kulturinstituts. Der dritte Teil „Der heilige Johannes Paul II.“ soll durch ergänzende Vorlesungen aus dem aktuellen Angelicum-Lehrplan die Lehren des heiligen Johannes Paul II. im weiteren philosophischen und theologischen Kontext erweitern.

Philosophie und Theologie

Zu den Dozenten gehören „herausragende Experten auf ihrem Gebiet über die Philosophie und Theologie des großen Papstes“, darunter George Weigel aus Washington, Cezary Binkiewicz OP aus Rom, Jaros³aw Kupczak OP aus Krakau, Francis Russell Hittinger aus Oklahoma, Micha³ Gierycz aus Warschau, Rémi Brague aus Paris, Marek Cichocki vom Europakolleg Natolin und Erzbischof Rowan Williams aus Cambridge.

Die Zulassungsfrist für den neuen Studiengang endet in der dritten Septemberwoche 2021, wenn auch im Monat August das Studentensekretariat geschlossen ist.

Einen zwar nicht ganz, aber so doch relativ neuen Studiengang im Medienbereich bietet eine Ordensgemeinschaft auf Mallorca. Der Studiengang „Audiovisuelle Kommunikation“ – in Deutschland eher als „Audiovisuelle Medien“ bekannt – umfasst klassische Medien wie Hörspiel, Kino und Fernsehen, aber auch neuere multimediale Formate – Online-Plattformen, Podcasts ... oder Videospiele.

Von Ordensschwestern geleitet

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Bemerkenswert ist es, dass die einzige Hochschule, die den Studiengang auf Mallorca anbietet, von katholischen Ordensschwestern geleitet wird. Die Hochschule „CESAG Centro de Ensenanza Superior Alberta Giménez“ trägt den Namen der Gründerin der „Schwestern der Reinheit der heiligen Maria“ RPM, einer 1874 in Palma de Mallorca gegründeten Kongregation Päpstlichen Rechts. Zu dem Zeitpunkt war die aus Pollensa auf Mallorca gebürtige Alberta Giménez verwitwet; von ihren vier Kindern waren drei im Kindesalter gestorben. Sie hatte seit 1870 die Schule „Real Colegio de la Pureza“ in Palma de Mallorca geleitet. 1872 wurde ihr darüber hinaus die Lehrerinnen-Ausbildung, der ersten Ausbildungsstätte für Grundschullehrerinnen auf den Balearen, übertragen. Dies ist der Ursprung der heutigen CESAG, die im Jahre 1974 als Hochschule offiziell anerkannt wurde.

Als einzige von den „Schwestern der Reinheit der heiligen Maria“ betreute Hochschule ist CESAG seit 2014 der von den Jesuiten geleiteten Päpstlichen Universität Comillas in Madrid angegliedert. Außer „Audiovisuelle Kommunikation“ bietet CESAG Studiengänge an in Sportwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sowie Journalismus. Die Regelstudienzeit beträgt jeweils acht Semester, wobei sich das „Doppelstudium“ Journalismus und Audiovisuelle Kommunikation auf zehn Semester erstreckt. Das Programm findet in spanischer und englischer Sprache statt.

Audiovisuelle Kommunikation

In Spanien bestehen seit 1971 eigenständige Journalismus- oder Kommunikationsfakultäten, zurzeit an 42 staatlichen und privaten Universitäten. Die Konkurrenz für CESAG ist also besonders groß, zumal sich die Fakultät für „Human- und Kommunikationswissenschaften“ an der katholischen Universität „San Pablo-CEU“ als Nachfolgerin der 1932 gegründeten und 1960 als Hochschule anerkannten „Journalistenschule der Kirche“ versteht. Als Pendant in Deutschland könnte die „ifp – Die katholische Journalistenschule“ in München genannt werden.

Zum Profil des Journalismus-Studiengangs schreibt CESAG auf ihrer Homepage: „Journalismus-Studenten müssen eine Berufung zum Kommunizieren haben, zum Erklären von Sachverhalten in Zeitgeschehen, in Wirtschaft, Politik, Justiz, Sport, Kunst, Kultur und Wissenschaft. Sie sollen sich bewusst sein, dass die Gesellschaft die Wahrheit braucht, um Entscheidungen zu treffen, und dass diese Wahrheit vom Journalismus angeboten werden soll. Anliegen der Journalisten soll die Schaffung attraktiver und anregender Botschaften sein, die das Interesse der Gesellschaft wecken.“ Über den Studiengang „Audiovisuelle Kommunikation“ heißt es: Es sei „die Antwort auf die Entstehung eines Wirtschaftssektors, dessen Wachstum enorm ist: die Kommunikation durch Kino, Fernsehen (konventionell, digital, Satellit, Kabel), Internet, Telefonie, Videospiele und anderes, die qualifizierte Fachleute in allen Bereichen erfordert.“ In beiden Studiengängen wird besonderes Gewicht auf das Lernen mit modernster Ausrüstung und in Kleingruppen sowie auf Praktika in verschiedenen Medien gelegt, mit denen die Hochschule Kooperationsverträge geschlossen hat.

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