Wegen des Glaubens verfolgt

Organisation: Gewalt gegen Indiens Christen auf Rekordniveau

Göttingen (DT/KNA) Die gewalttätigen Angriffe auf Christen in Indien haben im vergangenen Jahr nach Einschätzung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ein Rekordniveau erreicht. Die über tausend Übergriffe fundamentalistischer Hindugruppen auf Christen bedeuteten einen Höchststand seit der Staatsgründung vor sechzig Jahren, erklärte die GfbV gestern in Göttingen unter Berufung auf eine Erhebung des „All India Christian Council“.

Die Menschenrechtsorganisation verwies auf das Schicksal christlicher Adivasi, die zu den Hauptopfern der Gewalttaten gehörten. „Seit 1996 nimmt der Druck fanatischer Hindu-Organisationen auf christliche Adivasi immer mehr zu“, sagte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius. Hindu-Gruppen wollten verhindern, dass die indischen Ureinwohner zum christlichen Glauben übertreten. „Die Adivasi betrachten die christlichen Kirchen als eine der wenigen Stätten, in denen sie frei von Diskriminierung behandelt werden“, so Delius. In den Weihnachtstagen hatten radikale Hindus im Distrikt Kandhamal des Bundesstaats Orissa nach GfbV-Angaben mindestens 730 Häuser von christlichen Adivasi und 95 Kirchen niedergebrannt. Die aufgrund ihrer ethnischen Abstammung oft diskriminierten Ureinwohner würden nun auch noch wegen ihres Glaubens verfolgt, beklagte Delius.

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