Typisch australisch

Der Weltjugendtag versammelt viele Kulturen

Sydney (DT) Der Countdown zum Weltjugendtag in Sydney läuft. In einem Punkt sind sich die Veranstalter des Treffens vom 15. bis 20. Juli schon sicher: Der WJT wird ein multikulturelles Erlebnis. Das ist nicht schwer in einem Land, in das seit 220 Jahren Menschen aus aller Welt einwandern. Die Gastgeberstadt Sydney ist das beste Aushängeschild des multikulturellen Australien. Menschen aus 180 Nationen leben hier, sprechen 140 Sprachen. „Obwohl er eine katholische Initiative ist, hat der Weltjugendtag historisch gesehen auch auf die anderen Religionen in den jeweiligen Gastgeberländern eine positive Auswirkung“, unterstreicht WJT-Chefkoordinator Bischof Anthony Fisher. Jede dieser Kulturen hat ihre eigenen Religionen, Glaubenssysteme und spirituellen Konzepte mitgebracht. Tempel, Moscheen, Synagogen und Kirchen finden sich in der Stadt in friedlicher Koexistenz mit den Versammlungsorten der New-Age-Anhänger und Neu-Heiden.

Die größte ethnische Gruppe sind die Chinesen. Nach Englisch ist Chinesisch die am häufigsten gesprochene Sprache Sydneys. Im 19. Jahrhundert suchten mehr als 100 000 Chinesen ihr Glück auf den Goldfeldern Australiens und brachten den Buddhismus ins Land. Auf eine lange Geschichte kann auch der Islam down under zurückblicken. Nachweislich hatten bereits im 16. Jahrhundert Händler und Fischer aus Indonesien Kontakt mit den australischen Ureinwohnern. Im 19. Jahrhundert importierten die weißen Siedler Kamele aus Afghanistan. Mit den Tieren, die weiland die einzige Möglichkeit darstellten, Waren und Güter durch die trockenen und heißen Weiten Australiens zu transportieren, kamen muslimische Kameltreiber aus Afghanistan. Aber Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus der Chinesen oder der Islam der Afghanen wurden von den weißen, angelsächsischen-anglikanischen Siedlern lange Zeit ebensowenig anerkannt wie die naturverbundene Religion und Spiritualität der australischen Ureinwohner. Anfang des 20. Jahrhunderts war mit dem Aufkommen der „Australien nur für Weiße“-Politik Schluss mit dem zaghaften Sprießen einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft. Diese minderheitenfeindliche Politik sollte bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein das australische Selbstverständnis bestimmen.

Jetzt aber bekennt sich das Land seit über drei Jahrzehnten zu seiner multikulturellen und multireligiösen Zusammensetzung. Eine Entwicklung, die nicht zuletzt auf die seit Ende des Zweiten Weltkriegs veränderte Einwandererherkunft geschuldet ist. Die Zahl der Einwanderer aus Großbritannien nimmt kontinuierlich ab, während der Anteil der Menschen, die aus Asien, dem Nahen Osten, Afrika sowie Süd- und Südosteuropa auf den fünften Kontinent kommen, stetig wächst.

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