Regensburger ehren Bischof Sailer

Das Denkmal des bedeutenden Bischofs erhielt einen neuen Platz in der Kulturstadt. Von Benedikt Bögle

Regensburg (DT) Am vergangenen Dienstag wurde das renovierte Denkmal Bischof Sailers am Emmeramsplatz in Regensburg feierlich enthüllt. Bis vor wenigen Monaten stand die Bronzestatue vor dem Regensburger Hauptbahnhof, der Regensburger Kulturverein „Die Förderer“ initiierte die Restauration des Denkmals – für etwa 50 000 Euro.

Der feierlichen Enthüllung ging eine gemeinsame Vesper in der geschichtsträchtigen St. Emmerams-Basilika voraus. Bischof Rudolf Voderholzer unterstrich in seiner Predigt die bleibende Bedeutung Johann Michael von Sailers für das Bistum Regensburg. Der Theologe war von 1829 bis 1832 Bischof der bayerischen Diözese, ab 1821 schon trug er als Weihbischof Verantwortung für die Gläubigen in Regensburg. Laut Voderholzer sei er darüber hinaus auch „Wegbereiter der liturgischen Bewegung“ innerhalb der katholischen Kirche gewesen: „Unser bayerisches Heimatland sähe anders aus ohne das Wirken Sailers.“ Dies liege vor allem an seinem pastoralen Einsatz sowie an seinem Bestreben, das kirchliche Leben in der Klöstern wiederherzustellen. Nach der Säkularisation setzte er sich für die Wiederbesetzung von Klöstern ein, so etwa im Benediktinerkloster Metten. Erst als 71-Jähriger wurde der Theologe schließlich Weihbischof von Regensburg, seine damaligen Pastoralreisen hätten jedoch, so Voderholzer, Triumphzügen geglichen. Die Sailer-Würdigung Voderholzers gipfelte in dem Satz, Sailer sei von der Kirche noch nicht heiliggesprochen, „mit aller Vorsicht gesagt: vielleicht noch nicht“. Immerhin: Papst Johannes Paul II. hat ihn bereits als „Kirchenlehrer“ bezeichnet.

Im Anschluss an das Abendgebet brachte auch Regensburgs Oberbürgermeister Joachim Wolbergs seine Freude über den neuen Standort des Denkmals zum Ausdruck. Er unterstrich, dass die Sailer-Figur nicht nur für Katholiken von Bedeutung sei. Bewusst sei er nicht mit Mitra und Bischofsstab dargestellt: „Sie wendet sich an alle Bürger.“ Bei der Statue handelte es sich um das erste öffentliche Personendenkmal in Regensburg, bis 1942 befand es sich auf dem St. Emmerams-Platz. Dort musste es einem Löschweiher weichen, schließlich wurde die Figur beinahe eingeschmolzen. Durch „göttliche Fügung“, so Wolbergs weiter, entging die Bischofsdarstellung der Zerstörung und konnte vor dem Regensburger Hauptbahnhof aufgestellt werden – bis sie nun an den angestammten Platz in der Innenstadt zurückkehren konnte.

Auch der evangelische Regionalbischof Hans-Martin Weiss, der für die Kirche in Ostbayern zuständig ist, würdigte den katholischen Bischof Sailer. Er konzentrierte sich in seiner Rede vor allem auf das ökumenische Wirken des Regensburgers: „Auch für die evangelische Kirche kann ein katholischer Bischof wichtig sein.“ Bei Johann Michael Sailer sei dies der Fall, er setzte sich für das Zusammenleben der beiden großen Konfessionen ein, er war „einer der ersten Ökumeniker“, so Weiss. Dabei übte er auch Kritik an der Kirche: „Die beiden großen Konfessionen sind in der Gefahr, Glaubenssubstanz zu verlieren.“ Sailer könne hier ein Vorbild sein, sich auf die wahren Werte, wie etwa das Zusammenleben der Kirchen, zu besinnen.

Im Anschluss an die Grußreden wurde das Sailerdenkmal feierlich enthüllt, begleitet von Fanfaren. Bis dahin war die Figur auf dem Emmeramsplatz in Banner der Brauerei Bischofshof gehüllt. Die Regensburger Brauerei hatte das Kulturprojekt des Fördervereins maßgeblich unterstützt und sorgte im Anschluss an die Festlichkeiten für die Verpflegung der Regensburger Bürger. Der Vorsitzende von „Welterbe Kulturfonds Regensburg – die Förderer e.V.“ Klemens Unger betonte, dass viele Seiten am Sailer-Projekt beteiligt waren, gerade aber Stadt und Kirche den Kulturförderern entgegenkamen.

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