Raum für Trauer und Trost

Gedenkstätte für Abtreibungsopfer in Mexiko-Stadt eröffnet

Mexiko-Stadt (DT) Mehr als hundert mexikanische Bürger haben vor kurzem an der Eröffnung einer ungewöhnlichen Gedenkstätte teilgenommen. Auf Initiative der katholischen Kirche und verschiedener Bürgerorganisationen Mexikos entstanden, dient sie dem Gedenken an die Opfer von Abtreibung. Im Panteon Civil de Dolores wurde ein 200 Quadratmeter großer Raum für „Gebet und Sammlung“ eröffnet. Der Einweihung folgte eine Messe, während der für die bisher dem neuen Abtreibungsgesetz zum Opfer gefallenen ungeborenen Kinder gebetet wurde.

Neues Abtreibungsgesetz für verfassungskonform erklärt

Im April 2007 war das neue Gesetz für den Bundesdistrikt Mexiko-Stadt erstmals beschlossen worden. Die linke Regierung, die seit 1997 Mexiko-Stadt regiert, machte Mexiko beziehungsweise den Bundesdistrikt so zum vierten Land in Lateinamerika, welches die grundlose Abtreibung bis zur 12. Schwangerschaftswoche gesetzlich erlaubt. Die Nationale Kommission für Menschenrechte und die Bunderregierung klagten daraufhin vor dem mexikanischen Bundesgerichtshof gegen das von ihnen als verfassungswidrig angesehene Gesetz. Dieser erklärte es am 29. August diesen Jahres für verfassungsgemäß. Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes im vergangenen Jahr haben etwa 12 700 Frauen allein in der Hauptstadt Mexikos eine Abtreibung durchgeführt.

Ein Zeichen gegen die Ausbreitung der Legalisierung

Mit der Gedenkstätte wollen die zahlreichen Gegner dieses Gesetzes jetzt ein Zeichen gegen die Ausbreitung der Legalisierung auf die dreißig weiteren Bundesstaaten Mexikos setzen. Der Erzbischof von Mexiko-Stadt, Norberto Kardinal Rivera, hat dem Projekt deshalb seine volle Unterstützung zugesagt und entsandte einen Repräsentanten zur Eröffnungsfeier. Der Rektor der alten Basilika von Guadalupe und Mitglied der Vereinigung für die Rechte der Ungeborenen, eine der für die Gedenkstätte zuständigen Institutionen, gab bekannt, dass in naher Zukunft ein Raum für die Beisetzung der leiblichen Überreste abgetriebener Kinder errichtet werden solle. Dadurch wolle man verhindern, dass getötete Föten ohne die Erlaubnis von Familienangehörigen für Forschungszwecke verwendet werden. Außerdem wird abgetriebenen Kindern eine würdige Ruhestätte geschenkt und den leidenden Müttern und Familienangehörigen in Barmherzigkeit ein Ort des Trostes und des Friedens eröffnet.

Themen & Autoren

Kirche