Privatpflege-Anbieter sucht Personal aus dem Ausland

Abschlüsse von Fachkräften aus EU-Staaten besser anerkennen

Berlin (DT/KNA) Angesichts der fortschreitenden Alterung der deutschen Gesellschaft haben die privaten Pflegeanbieter eine einfachere Anwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland gefordert. Dazu müssten Abschlüsse von Fachkräften aus EU-Staaten sofort anerkannt werden und die Zuwanderung qualifizierter Pfleger aus Nicht-EU-Staaten möglich sein, sagte der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Pflege, Thomas Greiner, am Mittwoch in Berlin.

Nach Schätzungen des Verbandes werden bis 2020 weitere 170 000 Beschäftige in der Pflege benötigt, davon rund 75 000 Pflegefachkräfte. Der Verband sei bereits in Verhandlungen mit China und Indien zur Anwerbung von Fachkräften. Um einem drohenden Personalmangel zu begegnen, verlangte Greiner zugleich mehr Ausbildung, eine schnellere Umschulung von Hilfskräften sowie eine bundesweite Vereinheitlichung bei der Anerkennung und Weiterbildung. Außerdem müsse das Personal länger gehalten werden. Ferner sprach er sich für eine Ausbildungsumlage aus, an der sich der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK), die Krankenkassen sowie die Kommunen beitragen sollten. Kritisch sieht der Verband den bürokratischen Aufwand in der Pflege. Greiner verlangte, die Kontrollinstanzen zu bündeln, doppelte Prüfungen durch MDK und Heimaufsicht zu vermeiden und die Bewertung der Pflege am Ergebnis und nicht am Prozess der Pflege zu orientieren. Ferner sollten die Pflegesatzverhandlungen wegfallen. Der Verband strebt damit ein Angebot der Heime wie auf dem Mietmarkt an. Der Gesundheitsexperte des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, Boris Augurzky, verwies auf die wachsende Bedeutung privater Pflegeeinrichtungen. Derzeit befänden sich 40 Prozent aller Pflegeeinrichtungen und 62 Prozent der ambulanten Dienste in privater Trägerschaft.

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