Mirjam engagiert sich für Kinder in Afrika

Die Stiftung „Filippas Engel“ vergibt einen Preis im Zeichen der Menschlichkeit

Sayn/Nairobi (DT) „Filippas Engel“ ist eine Stiftung für die Jugend Europas. Alljährlich vergibt sie den gleichnamigen Preis „Filippas Engel“, der Jugendliche und junge Erwachsene für herausragende Leistungen im sozialen, kulturellen oder ökologischen Bereich prämiert. Seit der Gründung der Stiftung im Jahr 2003 konnten insgesamt 24 Preise mit einer Gesamtdotierung von 60 000 Euro verliehen werden.

Eine der Preisträgerinnen aus dem Jahr 2007 ist Mirjam Tutzer aus Bozen in Südtirol (Italien), die für ihren nachhaltigen Einsatz für Waisenkinder in Kenia ausgezeichnet wurde.

Kenia ist bei den meisten Menschen nur für seine Landschaften, die schönen Küstengebiete mit ihren langen Korallenriffen, schneebedeckte Gipfel und weite Savannen mit Großwildtieren bekannt. Abseits der für den Tourismus erschlossenen Gebiete hingegen erlebt man ein anderes Kenia, das nichts mit den luxuriösen Urlaubsoasen gemein zu haben scheint.

Mirjam lernte dieses andere Kenia 2003 schon mit 17 Jahren bei ihrer ersten Reise dorthin kennen. Die Armut, das Leiden und die Not der Menschen berührten den Teenager so sehr, dass sie beschloss, sich zukünftig für Kinder in Afrika zu engagieren.

In Kenia helfen

Bereits im Folgejahr arbeitete sie zwei Monate in einer kenianischen Gesundheitsstation. Ihre Eindrücke und Erlebnisse beschrieb sie bald darauf in ihrer Abiturarbeit. Mit der Organisation „Südtiroler Ärzte für die Dritte Welt“ fand Mirjam Tutzer einen starken Partner und Träger für das Gesundheitszentrum der Kindertagesstätte „Manigma“, wo sich täglich bis zu 400 Kinder aufhalten. Über ein Jahr engagierte sich Mirjam Tutzer vor Ort und organisierte Spenden für medizinische Geräte und Kleidung. Auch nach ihrer Auszeichnung durch die Stiftung „Filippas Engel“ nutzte Mirjam das Preisgeld für „ihre Kinder“ und reiste wieder nach Kenia, um ihre Projekte weiterführen zu können.

In den vergangenen Monaten erlebte Kenia nach der Präsidentenwahl schwere Unruhen. Die Gewalt eskalierte im Januar 2008 und forderte bislang über 800 Todesopfer. Etwa 300 000 Menschen sind derzeit Flüchtlinge im eigenen Land. In dieser für das Land und die Menschen so schweren Zeit entschied sich Mirjam Tutzer, ein Semester an der Universität auszusetzen, um wieder in Kenia zu helfen.

Vorbilder werden gesucht

„Ich habe mich während der Unruhen spontan entschlossen hierher zu kommen, um so weit wie möglich einen Beitrag zu leisten und jene zu unterstützen, die unter den Umständen am meisten gelitten haben“, so Mirjam Tutzer. Derzeit arbeitet sie hauptsächlich mit Kindern und deren Familien in Nairobi, der Hauptstadt Kenias und engagiert sich in der Flüchtlingshilfe. Ihre Arbeit in der Gesundheitsstation der Kindertagesstätte „Manigma“ verliert sie dabei natürlich nicht aus den Augen: „Ich fahre immer wieder hin um zu sehen, was vor sich geht“, lässt sie uns wissen.

Mirjam Tutzer ist wie die anderen Preisträger von Filippas Engel, ein junger Mensch der durch ehrenamtliches Engagement Großartiges bewirkt. Die landläufige Meinung, Jugendliche unserer Zeit wären nur eigennützig und ohne Perspektiven kann man am Beispiel der Preisträger des Stiftungspreises getrost widerlegen. Diese bewundernswerten jungen Menschen gestalten jetzt schon die Zukunft – eine Zukunft in der Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Nächstenliebe nicht bloß fromme Tugenden sind, sondern gelebte Tatsachen.

Übrigens: Auch in diesem Jahr sucht die Stiftung „Filippas Engel“ wieder junge Menschen, die sich in besonderem Maße uneigennützig für ihre Mitmenschen, Kultur und Umwelt eingesetzt haben. Jede Privatperson kann einen jungen Menschen oder eine Gruppe junger Menschen für den Preis „Filippas Engel“ vorschlagen.

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