Keine Spur von Weihnacht

Pater in Aleppo: Unser Advent ähnelt dem vor 2 000 Jahren

Aleppo (KNA) In Aleppo gibt es in diesem Jahr laut dem Franziskanerpater Firas Lutfi keine Spur von Advent oder Weihnachten. „Wir können hier keine Weihnachtsbäume aufstellen, wir haben einfach keine“, sagte Lutfi am Montag der KNA. „Wir haben oft nicht mal Elektrizität, um etwas zu beleuchten.“ Der Franziskaner: „Unser Advent und unser Weihnachten ist ziemlich ähnlich dem ersten Weihnachten in Bethlehem vor 2 000 Jahren: Weihnachten in ärmlichen und spärlichen Verhältnissen.“ Der 41-Jährige harrt mit drei weiteren Ordensbrüdern in Aleppo aus und versorgt die Menschen mit Wasser und Nahrungsmitteln. Er äußerte die Hoffnung, dass sich „dieses Weihnachten etwas ändern wird“; dass „an diesem Christfest alle Konflikte um Aleppo endgültig ein Ende haben“. Derzeit sei man aber noch mitten im Krieg. „Liebe und Menschlichkeit kommen zu kurz, täglich.“ Im Unterschied zu 2015 gebe es in Aleppo inzwischen viel weniger Christen. Von den 150 000, die vor dem Krieg in der Stadt lebten, seien nur noch 30 000 geblieben. „Jedes Jahr, in dem man den Krieg nicht stoppen kann, ist schlimmer als das vorige, denn die Probleme nehmen zu.“ Jeder Tag Krieg bringe „mehr soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten“.

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