Washington D.C.

GLOSSE: Der Kandidat

Prominente Konkurrenz könnte auf Donald Trump im US Wahlkampf zukommen: Hip-Hop-Star Kanye West.

Kanye West
Ein neues Gesicht in der US Politik? Der US-Hip-Hop-Star Kanye West liebäugelt dem Vernehmen nach mit dem Präsidentenamt. Foto: Evan Agostini (Invision)

Hip-Hop-Star Kanye West hat auf Twitter verkündet, für die kommende US-Präsidentenwahl zu kandidieren. Politische Kommentatoren beeilten sich zu versichern, diese Ankündigung sei nicht ernst zu nehmen; allerdings wurde über Trump anfangs dasselbe gedacht. Es ist ein Mysterium der politischen Mathematik, dass überall da, wo es zwei etablierte politische Lager gibt, stets beide Seiten davon überzeugt sind, dass das Auftauchen eines dritten Kandidaten ihnen schadet und ihrem Gegner nützt. Folglich fehlt es nicht an Warnungen vor den unerwünschten Nebenwirkungen, die es haben könnte, wenn Wähler „aus Jux“ für Kanye West stimmen.

Aber wieso eigentlich aus Jux? Wieso sollten sie es nicht im Ernst tun? Als Afroamerikaner, bekennender Christ und Showbusiness-Milliardär spricht West eine interessante Bandbreite verschiedener Wählergruppen an; und wer es als Musikproduzent geschafft hat, die Dominanz des gewaltverherrlichenden „Gangsta-Rap“ zu brechen, dem ist womöglich auch in der Politik manches zuzutrauen.

Auch hat er nicht zu befürchten, dass im Wahlkampf Skandale und Peinlichkeiten aus seiner Vergangenheit ans Licht kommen – denn die sind alle längst bekannt...

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