Geistlicher Aufbruch

Deutscher Orden feiert in Bamberg. Von Thomas Richter

Bamberg (DT) „Höre, Hoherpriester Jeschua: Du und deine Gefährten, die vor dir sitzen, ihr seid Männer, die Wahrzeichen sind“. Mit diesem Zitat aus dem 3. Kapitel des Buches Sacharja kennzeichnete der Hochmeister des Deutschen Ordens Generalabt Bruno Platter in seiner Predigt die Aufgabe der Familiaren in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Zahlreiche Vertreter hatten sich am Fest Kreuzerhöhung, dem Titelfest des Deutschen Ordens, zu einem Pontifikalamt im Bamberger Dom versammelt. Der Anlass war das 25jährige Jubiläum der Komturei Franken, welche am 10.September 1988 am gleichen Orte durch den Bamberger Weihbischof Werner Radspieler proklamiert wurde. Jedes Jubiläum stelle, so der Hochmeister des Ordens, immer einen geistlichen Aufbruch dar. Deshalb sei heute das Glaubenszeugnis der Familiaren in besonderer Weise gefragt. Diese zählen seit der Gründung des Deutschen Ordens im 12. Jahrhundert im Heiligen Land zu den Helfern und Wohltätern, welche den Rittern, Priestern, den dienenden Brüdern und seit dem 14. Jahrhundert auch den Schwestern in besonderer Weise verbunden sind. Die Komturei Franken mit ihren beiden spirituellen Zentren Bamberg und Würzburg setzt sich aus etwa 60 Familiaren zusammen, zu denen Laien und Weltpriester gehören. Deren Hauptaufgabe besteht darin, die weltliche Ordnung mit christlichem Geist zu beleben.

Der Jubiläumstag endete mit einem Festvortrag des Generalökonomen des Deutschen Ordens Pater Frank Bayard. Dabei ging er auf die enge Verbindung zwischen dem im Jahre 1965 vom Deutschen Orden errichteten Institut der Familiaren und der Geschichte des Zweite Vatikanischen Konzils ein. Die Schnittstelle, so Pater Frank, sei dabei die Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“, welche in ihrem Vorwort die „innigste Verbindung der Kirche mit der ganzen Völkerfamilie“ zum Ausdruck bringe. Die Gemeinschaft, welche sich aus Menschen zusammensetze, die „in Christus geeint vom Heiligen Geist auf ihrer Pilgergemeinschaft zum Reich des Vaters geleitet werden“ finde ihre Entsprechung in den drei Zweigen des Deutschen Ordens, nämlich Ordensbrüdern, Schwestern und Familiaren. Das gemeinsame Apostolat kommt jedoch erst zu seiner vollen Wirkung, wenn die Ordensgemeinschaft immer wieder die Tugend lebt, die sie seit ihrer Gründung begleitet hat: die Barmherzigkeit. Aus diesem Geist heraus errichteten Bürger aus Bremen und Lübeck im Jahre 1190 vor dem belagerten Akkon ein Spital zur Pflege kranker und verwundeter Kreuzfahrer.

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