Die Herzurne des Märchenkönigs

Altötting erinnert an Mariä Himmelfahrt an Ludwig II. mit einer sonst wenig zugänglichen Attraktion
Foto: www.oberbayern.de | Die Herzurne von König Ludwig II. von Bayern.
Foto: www.oberbayern.de | Die Herzurne von König Ludwig II. von Bayern.

Altötting (DT/KNA) Zum Hochfest Mariä Himmelfahrt am 15. August rückt im 125. Todesjahr des bayerischen Königs Ludwig II. Altötting in den Mittelpunkt des Gedenkens. Am Feiertag selbst und am Tag darauf wird die Herzurne des „Märchenkönigs“ am Gnadenaltar der Gnadenkapelle präsentiert. Die kunstvoll aus vergoldetem Silber gestaltete herzförmige Urne ist sonst nur hinter Glas und in drei Metern Höhe in einer Wandnische zu sehen. Seit dem 17. Jahrhundert ruhen die Herzen der bayerischen Herzöge, Kurfürsten und Könige als „fürstliche Ehrenwache“ gegenüber der Schwarzen Madonna von Altötting. Wegen dieser Tradition erhielt der Wallfahrtsort auch den Beinamen „Herz Bayerns“. Das Herz des am 13. Juni 1886 im Starnberger See unter bis heute ungeklärten Umständen verstorbenen „Kini“ wurde zwei Monate später am 16. August im Rahmen eines großen Trauerzuges von München nach Altötting überführt.

Den Festgottesdienst an Mariä Himmelfahrt in diesem Jahr zelebriert der Passauer Bischof Wilhelm Schraml. Noch bis Oktober hält Prälat Ludwig Limbrunner in der Gnadenkapelle jeweils am Samstagabend vor der Lichterprozession um 20 Uhr eine halbstündige „Geistliche Betrachtung in der Herzkammer Bayerns“ im Blick auf die Königsherzen. Die enge Verbindung der Wittelsbacher zu Altötting geht auf Kurfürst Maximilian I. zurück. Dieser empfahl das Land Bayern in einem mit eigenem Blut geschriebenen Brief im Dreißigjährigen Krieg 1645 dem Schutz der Madonna. Dieser „Blutweihebrief“ ist im Sockel des Tabernakels der Gnadenkapelle enthalten.

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