Blumen für den Papst

Niederländische Floristen sorgen für den Osterschmuck im Vatikan

Rom (DT) „Bedankt voor de bloemen“. Auf diese Worte werden die vielen niederländischen Katholiken, die sich am Ostersonntag auf dem Petersplatz eingefunden haben oder via Fernsehübertragung den Apostolischen Segen „urbi et orbi“ empfangen möchten, gespannt warten. Traditionsgemäß pflegt der Papst mit ihnen seine in niederländischer Sprache vorgetragenen Ostergrüße zu beschließen. Das Dankeschön des Heiligen Vaters ist berechtigt – denn seit mehr als zwei Jahrzehnten zeichnen Floristenverbände aus den Niederlanden, in der Hauptsache aus der Provinz Holland, verantwortlich für den farbenprächtigen Blumenschmuck, der zum Osterfest den Vatikan verschönert.

Das Wohlwollen des Papstes

Begonnen hat alles im Jahr 1985, als Papst Johannes Paul II. dem Königreich der Niederlande einen Pastoralbesuch abstattete. Die Visite des Heiligen Vaters war damals auf heftigen Protest gestoßen und von unschönen Demonstrationen begleitet worden. Er hoffe, zumindest die für sein Heimatland typischen Blumenarrangements hätten das Wohlwollen des Papstes gefunden, äußerte sich ein Prälat aus Utrecht entschuldigend gegenüber den Mitgliedern der vatikanischen Delegation. Und wenn es auch dem Geistlichen kein echter Trost war: Die Blumenpracht war dem Papst durchaus ins Auge gefallen. Denn Johannes Paul II. bat vor seinem Abflug ausdrücklich darum, den Verantwortlichen hierfür zu danken.

Die niederländischen Floristen zeigten sich erfreut – und erkannten ihre Chance. Als im November 1985 der aus Oegeklooster bei Bolsward stammende und im Konzentrationslager Dachau ermordete Karmeliterpater Titus Brandsma (1881–1942) in Rom seliggesprochen wurde, gaben sie der Feier mit ihren Blumenarrangements einen würdigen Rahmen. Als ein weiteres päpstliches Lob folgte, beschloss man 1986, erneut in den Vatikan zu kommen und den Ostersonntag zu verschönern. Aus einer einmaligen Gelegenheit wurde dann eine Tradition, die bis zum heutigen Tag andauert.

„Dieses Jahr wird die Farbe Weiß dominieren“, verrät Charles van der Voort, der mit vielen Helfern seit Wochen den Blumenschmuck für das Osteramt akribisch vorbereitet hat. „Für gewöhnlich bemühen wir uns, vor allem die päpstlichen Farben Gelb und Weiß zu berücksichtigen“, so Mijnheer van der Voort. „Die Treppen zum Vorplatz der Basilika werden weiße Veilchen säumen; die Terrassen erhalten Arrangements mit diversen Azaleenarten, Rododendron, Erika, Goldregen, Narzissen und Tulpen. Beim Altar kommen weiße Gestecke zum Einsatz: Lilien, Rosen, Astern, Tulpen und Amaryllen. Die Loggia, von der aus der Heilige Vater den Apostolischen Segen spendet, werden wir mit Hyazinthen, Tulpen, Iris und Ginster schmücken.“

Ein prächtiges Ambiente

Für ein prächtiges Ambiente der Osterfeierlichkeiten auf dem Petersplatz ist also gesorgt, und die Gottesdienstbesucher und Fernsehzuschauer werden es zu würdigen wissen. Seine eigene Blumenpracht kann der Vatikan in diesem Jahr wegen des frühen Ostertermins nur in bescheidenem Maße präsentieren. Die Gärten des Kirchenstaates zeigen sich den Pilgern und Touristen, die zur Kuppel des Petersdoms hinaufsteigen, nicht so farbenfroh wie sonst. Als besonderer Blickfang gilt jedes Frühjahr das päpstliche Wappen vor dem vatikanischen Gouverneurspalast, das von den Gärtnern des Papstes aus Buchsbaum und Blumen gestaltet wird. In dieses „lebendige“ Kunstwerk wird viel Zeit und Material investiert; an die 5 800 Pflanzen werden für die detailgetreue Darstellung benötigt.

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