Bischof: Niederländischer Denkmalschutz unakzeptabel

Den Haag (DT/KNA) Die katholische Kirche hat den Denkmalschutz in den Niederlanden kritisiert. Es sei unakzeptabel, dass der Staat Kirchenbauten unter Denkmalschutz stelle, ohne gleichzeitig ihren Erhalt zu finanzieren, erklärte der Haarlemer Bischof Josef Punt im neuen Monatsblatt seines Bistums. Allein für die etwa tausend denkmalgeschützten katholischen Kirchen in den Niederlanden seien an Unterhalts- und Restaurierungskosten in den nächsten Jahren etwa eine Milliarde Euro erforderlich, erläuterte Punt. Nach derzeitiger Denkmalschutzpolitik könnten sich die Kirchen zwar um Subventionen dafür bemühen, den größten Teil müssten sie aber selbst aufbringen. Dies sei auch dann so, wenn die Gebäude nicht mehr kirchlich genutzt werden. „Dies ist nicht nur ungerecht, sondern im Hinblick auf die benötigten enormen Summen auch unmöglich“, betonte der Bischof. Punt schlug vor, dass der Staat alle Kosten für den Außenerhalt übernimmt. Die Kirchen sollten für das Gebäudeinnere aufkommen. Dies entspreche der Praxis in vielen Nachbarländern. Der Bischof äußerte die Überzeugung, dass für die finanziellen Probleme der Kirche beim Erhalt ihrer Bauten nicht der Rückgang des Kirchenbesuchs verantwortlich sei. Vielmehr führten steigende Arbeitslöhne sowie die Erfüllung von Sicherheitsanforderungen und anderer Vorschriften zu Zusatzkosten, die es früher nicht gegeben habe.

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