BEIM NAMEN GENANNT

Ute Schäfer (SPD, Foto: dpa), Familienministerin in Nordrhein-Westfalen, will, dass Hartz-IV-Empfängerinnen die Pille kostenfrei erhalten. Es sei viel humaner, mit öffentlichen Geldern die Verhütung statt Schwangerschaftsabbrüche zu finanzieren, sagte sie in einem am Dienstag auszugsweise verbreiteten WDR-Interview. Sie reagierte damit auf Aussagen der Organisation „pro familia“, wonach viele bedürftige Frauen sich die Pille nicht mehr leisten können, ungewollt schwanger werden und die Schwangerschaft abbrechen. Die Gelder, mit denen die Länder entsprechend dem Bundesgesetz Schwangerschaftsabbrüche für bedürftige Frauen finanzieren, könnten leider nicht umgeleitet werden, bedauerte Schäfer. „Aus meiner Sicht wäre es die beste Lösung, die Leistungen des Arbeitslosengeldes II und der Sozialhilfe entsprechend zu erhöhen“, so Schäfer. Nordrhein-Westfalen gibt laut „pro familia“ rund 9,5 Millionen Euro für Abtreibungen aus, übernehme aber nicht die Kosten für Verhütungsmittel.

Karl Wilhelm Fricke erhält den mit 5 000 Euro dotierten Hohenschönhausen-Preis 2010. Dies teilte der Förderverein der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen am Mittwoch mit. Fricke habe in vorbildlicher Weise zur Aufarbeitung der SED-Diktatur beigetragen. Als freier Journalist wurde Fricke 1955 durch den DDR-Staatssicherheitsdienst von West- nach Ost-Berlin entführt, 15 Monate im Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen verhört und in einem Geheimprozess wegen „Kriegs- und Boykotthetze“ zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Haftentlassung 1959 arbeitete Fricke weiter als Publizist, freier Autor und Leitender Redakteur beim Deutschlandfunk. Seine Bücher zur politischen Verfolgung und zum Widerstand in der DDR, die in der Zeit der Entspannungspolitik politisch oft unerwünscht waren, gelten heute als Standardwerke.

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18.09.2021, 19 Uhr
Thomas Schumann