Beim Namen genannt

Ein Zeichen der Solidarität mit ver- folgten Journalisten auf Kuba setzte jetzt in Nürnberg der Europaabgeordnete Martin Kastler (CSU). Er übernahm die politische Patenschaft für den inhaftierten oppositionellen Journalisten Mijaíl Bárzaga Lugo. Kastler will den Gefangenen und seine Familie moralisch unterstützen und verhindern, dass sein Schicksal vergessen wird. Wegen der Veröffentlichung zahlreicher regimekritischer Kolumnen auf verschiedenen Internetseiten wurde der heute 42-jährige Bárzaga Lugo 2003 zu 15 Jahren Haft verurteilt. „Mijaíl Bárzaga Lugo sitzt nur deshalb im Gefängnis, weil er von seinem Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht hat und offen gegen das totalitäre Regime in seinem Heimatland protestierte“, erklärt Kastler, der neben seiner parlamentarischen Tätigkeit selbst seit vielen Jahren als Journalist tätig ist. „Das Einhalten fundamentaler Menschenrechte und das Respektieren der Meinungsfreiheit muss eine wichtige Voraussetzung für jede entwicklungspolitische Zusammenarbeit sein“, so Kastler. Die Europäische Union müsse „ohne Wenn und Aber die Freilassung aller politischer Gefangenen verlangen“, so Kastler. Skeptisch reagiert er auf Berichte, wonach das kubanische Regime unter General Raúl Castro in Kürze eine größere Zahl von politischen Gefangenen freilassen und ins Exil schicken wolle. Das Regime habe schon mehrfach „Entgegenkommen“ signalisiert. Den Versprechungen seien aber bis heute keine Taten gefolgt. Kastler übernahm die Patenschaft aus Anlass einer Ausstellung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mit Titel „Discover (the real) Cuba“ (Entdecke das wahre Kuba), die in hundert Städten gezeigt wird. Derzeit ist die Ausstellung noch bis zum 6. Juni im Nürnberger „Haus eckstein“ zu sehen. „Wir wollen deutsche Urlauber aufrütteln. Schließlich kann man in Kuba nicht mit gutem Gewissen die Seele baumeln lassen, solange dort Menschen diskriminiert und gefangengehalten werden, nur weil sie ihr Recht auf Meinungsfreiheit wahrnehmen wollen“, erläuterte der Vorstandssprecher der IGFM, Martin Lessenthin.

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