Beim Namen genannt

Mehrere hundert Menschen haben am Sonntag in Hannover für eine zweite Amtszeit der ehemaligen Landesbischöfin Margot Käßmann demonstriert. Rund 1 500 Menschen besuchten den Gottesdienst in der Marktkirche, bei dem die über eine Alkoholfahrt gestolperte Theologin erstmals seit ihrem Rücktritt eine Predigt in ihrer Bischofsstadt hielt. Die Demonstranten hielten Plakate mit dem Antlitz der Bischöfin hoch und sangen eine zur Melodie des Kirchenliedes „Komm, sag es allen weiter“ gedichtete „Margot-Käßmann-Hymne“. Zu der Kundgebung vor dem Gotteshaus aufgerufen hatte die Mitarbeitervertretung der Hannoverschen Landeskirche. Eine zweite Amtszeit der populären Bischöfin würde auch die Arbeitsplätze der Kirchenmitarbeiter sichern, weil es Käßmann besser als anderen Theologen gelinge, Menschen für die Kirche zu begeistern, sagte deren Vorsitzender Werner Massow. „Es muss nur der Kirchensenat Margot Käßmann wieder nominieren, es muss die Synode Margot Käßmann wählen, und es muss Margot Käßmann zu einer zweiten Amtszeit bereit sein.“ Die ehemalige Bischöfin, die am Mittwoch offiziell von der Hannoverschen Landessynode verabschiedet werden soll, äußerte sich nicht zu der Demonstration vor ihrer früheren Predigtkirche. Während des Gottesdienstes hatte Käßmann jedoch mehrfach betont, dass alle Menschen fehlbar seien und ihre Sünden von Gott vergeben werden. „Es gibt keine Vorzeigechristen und keine Glaubensversager“, sagte die Theologin. „Gott wendet sich allen Menschen zu.“ Menschen würden zu Heiligen, weil sie wüssten, dass sie auf Gottes Wirken angewiesen seien.

Friedhelm Hengsbach (72), Jesuit und Sozialethiker, hat den diesjährigen Walter Dirks-Preis erhalten. Die mit 2 500 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihm am Samstagabend im Kaiserdom der Mainstadt überreicht. Zur Begründung hieß es, mit Hengsbach werde ein Mahner aus der Tradition des Sozialkatholizismus geehrt, der für die gegenwärtige Sozialstaatsdebatte Wegweisendes zu sagen habe.

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24.09.2021, 10 Uhr
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