Beim Namen genannt

Der TV-Journalist und Moderator des ZDF-„Heute Journal“, Steffen Seibert, steht trotz der Missbrauchsfälle auf Seiten der katholischen Kirche. Die Kirche sei zwar eine „fehlbare Organisation“, aber auch eine „Macht der Liebe“, die Menschen stütze und trage, sagte er am Mittwochabend im Essener Dom. Es habe ihn zornig gemacht, dass die Enthüllungen der letzten Wochen denjenigen Nährstoff gegeben hätten, die seit langem gegen die Kirche wetterten. Die Taten wie auch das Wegsehen seien „in höchstem Maß verabscheuungswürdig“, so der 49-Jährige. Ihm tue es trotzdem „weh, dass man die Kirche jetzt so angreifen darf“. Die Kirche als Institution stehe für ihn nicht infrage. In ihr finde er persönlich die Möglichkeit, sich in der Gemeinschaft zu seinem Glauben zu bekennen. Seibert, der evangelisch getauft wurde, konvertierte im Alter von 40 Jahren zum katholischen Glauben.

Martin Kastler, CSU-Europaabgeordneter, ist am Donnerstag zum Vizepräsidenten der parlamentarischen Intergruppe Bioethik gewählt worden. Kastler bezeichnete seine Wahl als „großen Vertrauensbeweis und enorme Herausforderung“. Wichtigste Aufgabe ist für den CSU-Politiker dabei der Lebensschutz: „Jedes menschliche Leben hat in allen seinen Phasen eine unantastbare Würde. Diese Würde darf nicht aufgrund von finanziellen Interessen oder Partikularinteressen der Forschung geopfert werden“, so Kastler. Zum Präsidenten der Intergruppe wurde der slowakische Christdemokrat Miroslav Mikolášik gewählt. Neue Co-Präsidentin ist die dänische Grüne Margaret Auken. Als einer von neun Vizepräsidenten stehen Kastler unter anderen die italienische Sozialdemokratin Patrizia Toia, der irische Liberale Brian Crowley und die britische Konservative Marina Yannakoudakis zur Seite. Die parlamentarischen Intergruppen sind Arbeitsgemeinschaften, in denen Abgeordnete verschiedener Fraktionen bestimmte Themen diskutieren und Entscheidungsvorlagen vorbereiten. Im neugewählten Europäischen Parlament existieren 28 solcher Intergruppen.

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