Beim Namen genannt

Hartmut Mehdorn,

Chef der Deutschen Bahn, tritt nach massivem Druck wegen der Datenaffäre zurück. Er habe dem Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Müller eine Auflösung seines Vertrages angeboten, sagte der 66-Jährige am Montag bei der Bilanzpressekonferenz in Berlin. Er gehe davon aus, dass noch vor der Sommerpause ein Nachfolger vorgestellt werde. Mehdorn stand fast zehn Jahre an der Spitze der bundeseigenen Bahn. Sein Vertrag lief noch bis 2011. Mehdorn betonte, er habe sich persönlich nichts Unrechtes vorzuwerfen. Er bekräftigte, dass es bei Datenabgleichen und Kontrollen von E-Mails keine strafrechtlich relevanten Vorgänge gegeben habe. In der aufgeheizten Diskussion sei eine sachliche Aufklärung nicht möglich. Als Vorstandschef trage er selbstverständlich die Gesamtverantwortung für das, was in der Deutschen Bahn passiert oder eben nicht. Das sei unabhängig davon, ob er davon gewusst habe oder nicht. „Dieser Verantwortung will ich mich nicht entziehen“, sagte er. Ein Führungswechsel sei in der derzeitigen Wirtschaftskrise ein zusätzliches Risiko für das Unternehmen. Dies müssten aber andere verantworten. Mehdorn beklagte, es handele sich in der derzeitigen Debatte um eine „Kampagne zur Veränderung der Unternehmensführung und der Unternehmenspolitik.“

Fritz Schramma, (61), Oberbürgermeister von Köln, zieht seine Kandidatur für eine neue Amtszeit zurück. Als Grund dafür nannte der CDU-Politker am Sonntag in Köln, dass der Einsturz des Kölner Stadtarchivs zunehmend in den Wahlkampf hineingezogen werde. „Offensichtlich ist vielen der Wahlausgang wichtiger als das langfristige Wohl unserer Stadt“, sagte er. Der Politiker war wegen seines Krisenmanagements nach dem Einsturz in die Kritik geraten. Ihm war unter anderem vorgeworfen worden, er scheue sich, die politische Verantwortung dafür zu übernehmen.

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