Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Der Mode-Designer Karl Lagerfeld ist gestorben. Er zählte zu den weltweit renommiertesten Modedesignern und galt als Ikone des Zeitgeists. Auch als Fotograf, Zeichner und Illustrator betätigte sich der 1933 in Hamburg geborene „Modepapst“. Er habe „keinerlei religiöse Erziehung“, sagte Lagerfeld 2017 in einem Interview des „Zeit-Magazins“. Die Eltern seien beide aus der Kirche ausgetreten. Eine Wahrsagerin habe seiner Mutter einst prophezeit, dass ihr Sohn einmal Priester werden würde, berichtete er. Daraufhin hielt Mutter Lagerfeld ihren Jungen von allem Religiösen fern. Wie kein zweiter Modemacher äußerte er sich aber immer wieder zu religiösen Themen. Glaubensinhalte zog er in Zweifel – etwa den Glauben an die Hölle, die erst durch Jesus überwunden sei. Gegenüber dem „Playboy“ sagte er im Jahr 2011: „Ich gehöre in die Hölle. Im Himmel ist es sicher langweilig.“ Auf seine Beerdigung angesprochen meinte er vor zehn Jahren: „Verbrennen, Asche und ab in die Mülltonne.“

Der Philosoph Alain Finkielkraut (69) sieht in der deutschen Flüchtlingspolitik seit 2015 die wesentliche Ursache für gravierende Fehlentwicklungen in Europa. „Ohne Angela Merkels ,Wir schaffen das!‘ und die Million Einwanderer, die Deutschland 2015 aufgenommen hat, hätte es keinen Brexit gegeben“, sagte er der „Welt“. Merkels Slogan sei „einfach Unsinn“ gewesen. Die Grenzöffnung habe viele Europäer verunsichert und für einen „pathologischen Populismus“ überall in Europa gesorgt. Europa sei nicht berufen, eine multikulturelle Gesellschaft zu werden, sondern müsse die Europäer vielmehr schützen.

Papst Franziskus hat sich für konstruktive Kritik statt zerstörender Anklage in der Kirche ausgesprochen. Es gelte, dem Heiligen Pater Pio (1887–1968) zu folgen: „Er hat die Kirche so geliebt, wie sie war, und hat sie nicht mit Worten zerstört, so wie es jetzt Mode ist.“

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