Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Annette Schavan (Foto: dpa), deutsche Botschafterin am Heiligen Stuhl, hat sich für den konfessionell gebundenen Religionsunterricht an deutschen Schulen ausgesprochen. „Die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber religiöser Bildung ist auch eine Verantwortung gegen Radikalisierung“, sagte Schavan am Dienstagabend in Konstanz. Im Religionsunterricht gehe es um die Entdeckung der eigenen Identität und um das Kennenlernen der eigenen und anderer Religionen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass es falsch ist, Religion aus den Schulen und Universitäten herauszuhalten“, sagte die ehemalige baden-württembergische Kultusministerin.

Baroness Julia Neuberger (66), britische Rabbinerin und Oberhaus-Mitglied, will nach dem Brexit-Referendum Deutsche werden. „Als Großbritannien für den Brexit stimmte, habe ich entschieden, einen Teil meiner Vergangenheit zurückzuholen: meine deutschen Wurzeln“, schreibt sie in einem Beitrag für den „Guardian“. Dabei sei ihr Deutschlandbild wegen der NS-Verfolgung jahrzehntelang negativ gewesen. Ein Großteil der Familie ihrer Mutter stamme aus Heilbronn in Süddeutschland. Neuberger wolle ihren „Glauben an Europa“ zum Ausdruck bringen. Sie habe sich bei einem Besuch in Heilbronn in diesem Jahr „wohl“ gefühlt. Sollte sie den deutschen Pass bekommen, werde sie ihn mit Stolz bei sich tragen, so die hauptberufliche Rabbinerin der West London Synagogue.

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