Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Reinhold Messner (Foto: dpa), bekannter Extrembergsteiger, stören zwar Gipfelkreuze auf den Bergen – umhacken, wie es derzeit ein Unbekannter in den bayerischen Alpen tut, würde er jedoch keines, sagte Messner der „Süddeutschen Zeitung“ im Interview. „Wenn jemand Gipfelkreuze umhackt, ist das ein Akt von Vandalismus. Aber ich könnte persönlich auf weitere Gipfelkreuze verzichten“, sagte der 71-Jährige der Zeitung. Berge sollten nicht zu religiösen Zwecken möbliert werden. Dass es Gipfelkreuze überhaupt gibt, ließe sich kulturhistorisch jedoch gut erklären, so Messner: „Es gibt sie erst seit gut 200 Jahren. Anfangs waren sie bei uns auch Symbole des Widerstands gegen die Aufklärung: Als die gläubigen Tiroler gegen die Fremdherrschaft der Bayern und Franzosen kämpften, stellten sie die Kreuze als Protest gegen die Franzosen auf, die ja ihren Machtkampf gegen die katholische Kirche führten. Danach verselbstständigte sich die Sache, und es setzte eine regelrechte Verspargelung der Alpen mit Kreuzen ein.“ Messner kritisiert, dass viele Kreuze nicht einmal den höchsten Punkt markierten, sondern dort stünden, wo man sie vom Tal aus besonders gut sehen kann. Aus historischen Gründen sollten die Kreuze aber stehenbleiben. „Ich würde niemals jemanden verteidigen, der Kreuze umhackt, das ist ja fast ein terroristischer Akt“, so Messner. Ein Unbekannter hatte in diesem Sommer dreimal Gipfelkreuze mit einer Axt derart beschädigt, dass sie umgelegt werden mussten, zuletzt auf dem 2 102 Meter hohen Schafreuter im Karwendel. Das Gipfelkreuz, das Gaißacher vor 13 Jahren errichtet hatten, soll bis zur Bergmesse am 9. Oktober wieder aufgestellt sein, kündigte der Alpenverein Tölz an.

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