Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Vor dem Hintergrund der schleppenden juristischen Aufarbeitung der Übergriffe in der Silvesternacht hat der ehemalige Verfassungsrichter Udo Di Fabio (Foto: dpa) vor einer „Erosion“ des Rechtsstaats in Deutschland gewarnt. „Vollzugsdefizite und erkennbare Überforderung, Duldung des Rechtsbruchs untergraben das Vertrauen der Bürger in die staatliche Friedensordnung“, sagte Di Fabio in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“. Es sei beunruhigend, wenn laut einer Studie des Bundeskriminalamtes 1 200 Frauen Opfer von sexuellen Übergriffen wurden, aber bislang nur vier Täter verurteilt worden seien. „Das Unvermögen des Rechtsstaats, Straftaten zu ahnden, erzeugt Sorgen und Ängste, die sehr ernst genommen werden müssen“, so der 62-Jährige.

Tobias Schlegl, Moderator der ZDF-Sendung „Aspekte“, will sich vom Fernsehen verabschieden und Notfallsanitäter werden. Der Grund sei der Wunsch, etwas gesellschaftlich Relevantes zu machen, so Schlegl. „Ich stand 21 Jahre lang vor der Kamera. Das war ein großes Glück und Privileg. Und dennoch hatte ich das Gefühl, mein Leben ist bisher wie ein Computerspiel verlaufen: Alle Level sind durchgespielt. Ich sagte mir: Das kann nicht alles sein.“ Deshalb wolle er nun hauptberuflich Notfallsanitäter beim Deutschen Roten Kreuz werden.

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