Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Angesichts des umstrittenen Flüchtlings-Abkommens mit der Türkei hat Grünen-Parteichef Cem Özdemir (Foto:dpa) die Unionsparteien aufgefordert, die Christen in dem muslimisch geprägten Land „nicht ganz“ zu vergessen.

„In der Türkei werden Kirchen geschändet. In der Türkei werden christlichen Gemeinschaften die Gebäude enteignet“ sagte Özdemir am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Von den C-Partein höre er „da gar nichts dazu“.

Weiter sagte der Grünen-Politiker, das Abkommen mit Ankara zur Rückführung von Flüchtlingen aus Griechenland scheine „mit heißer Nadel gestrickt“. Mit Blick auf mögliche Ausweichrouten der Flüchtlinge sprach er von einem „Risiko, dass noch mehr Menschen ihr Leben verlieren können“. In Europa handle „jeder nach dem St.-Florians-Prinzip“.

Der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte in derselben Sendung, wenn die Grünen das Abkommen in Frage stellen wollten, seien sie „auf jeden Fall auf dem Holzweg“. Der Türkei dürften jedoch nicht zu große Zugeständnisse gemacht werden. Eine völlige Visa-Freiheit für alle Menschen mit einem türkischen Pass könne „aus Sicherheitsgründen nicht in Frage kommen“, so Herrmann. Er zeigte sich froh darüber, „dass jetzt die Zahl der Flüchtlinge deutlich zurückgegangen ist“. Das sei eine deutliche Erleichterung für die Gemeinden in Deutschland.

Unterdessen wurden am Montagmorgen – zweieinhalb Wochen nach dem Flüchtlingspakt der EU mit der Regierung in Ankara – die ersten Migranten von Griechenland aus in die Türkei zurückgeschickt. Ein erstes Schiff legte am Montag im Hafen des westtürkischen Küstenortes Dikili an.

Themen & Autoren

Kirche

Papst in Budapest
Budapest
Umkehr: Die wahre Reform der Kirche Premium Inhalt
In Budapest wurde die Tiefendimension der Kirche sichtbar: Mit Blick auf Christus ist sie jung, dynamisch, fröhlich, ökumenisch, missionarisch und attraktiv. Ein Kommentar.
16.09.2021, 13 Uhr
Stephan Baier