Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an Thomas Lindahl (77) aus Schweden und seine beiden Kollegen Paul Modrich (69) und Aziz Sancar (69) aus den USA für Arbeiten zur Erbgut-Reparatur. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit. Alle drei Nobelpreisträger untersuchten, wie Zellen beschädigte DNA reparieren und damit ihren genetischen Code schützen. Lindahl, emeritierter Professor am Francis Crick Institute in London, konnte zeigen, dass die DNA in so hohem Tempo zerfällt, dass Leben auf der Erde eigentlich unmöglich wäre. Diese Erkenntnis führte ihn zur Suche und Entdeckung eines Mechanismus', der dem Zerfall der DNA entgegenwirkt. Modrich arbeitet am Howard Hughes Medical Institute und an der Duke University School of Medicine in Durham, im US-Bundesstaat North Carolina und fand heraus, wie Zellen auf Fehler bei der Zellteilung reagieren. Durch einen eingebauten Mechanismus können sie die Anzahl an Fehlern in ihrem Code um den Faktor tausend verringern. Wird dieser Mechanismus beschädigt, kann eine vererbbare Variante von Darmkrebs entstehen. Sancar forscht an der University of North Carolina in Chapel Hill, USA. Er entdeckte, wie Zellen ihre DNA reparieren, nachdem diese durch UV-Strahlung beschädigt wurden. Menschen, die ohne diesen Mechanismus geboren werden, erkranken an Hautkrebs, wenn sie dem Licht der Sonne ausgesetzt sind. Sancar, der in der Türkei geboren wurde, ist der erste türkische Nobelpreisträger.

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