Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Der Kölner Weihbischof Ansgar Puff (Foto: KNA) geht in Diskotheken, um mit den Menschen dort ins Gespräch zu kommen. „Das Interessante daran ist, dass man dort Gespräche mit Personen führt, die man sonst nirgendwo in der Kirche treffen würde“, sagte der Weihbischof dem Kölner Domradio. Er habe schon sehr intensive Gespräche geführt, etwa mit einem Türsteher, der sich überlegt hat, kirchlich zu heiraten, aber dessen Frau nicht getauft ist. Papst Franziskus habe schließlich gesagt, dass er von einer Kirche träume, „die rausgeht, die keine Angst hat, sich Beulen zu holen“, sagte der Weihbischof. „Da muss man sich darauf verlassen, dass Gott einen führt und dass er einen mit den richtigen Leuten zusammenbringt.“ Die jungen Damen und Herren seien jedenfalls durch die Bank weg positiv überrascht davon, dass die Kirche in einer Diskothek auftauche.

Der Arzt der zivilen Seenotrettungsorganisation „Sea Watch“, Frank Dörner, hat legale Fluchtwege nach Europa gefordert. „Dieser Irrsinn, der hier stattfindet aufgrund der Tatsache, dass wir keine legalen Möglichkeiten schaffen, dass die Leute nach Europa, dass die Leute nach Deutschland kommen können und sie sozusagen zu zwingen, sich in Lebensgefahr zu begeben, das finde ich persönlich als Teil der hiesigen Bevölkerung völlig inakzeptabel“, sagte er am Mittwoch dem Deutschlandfunk. „Es muss wirklich eine politische Lösung gefunden werden.“ Im vergangenen Jahr hatte sich die private Flüchtlingsinitiative gegründet, die mit Spenden ein Schiff gekauft und renoviert hat. Seit zwei Wochen ist das Schiff „Sea Watch“ vor der libyschen Küste unterwegs und sucht auf dem Mittelmeer nach Flüchtlingen.

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