Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Er hätte ein sorgenfreies Leben in höfischem Luxus führen können. Doch der jordanische Prinz Zeid Raad al-Hussein (Foto: dpa) entschied sich für die internationale Politik und die Verteidigung der Menschenrechte. Seit Anfang September ist er UN-Hochkommissar für Menschenrechte. Ähnlich wie seine Vorgängerin Navi Pillay aus Südafrika will auch er nach eigenem Bekunden dafür kämpfen, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit nie mehr straflos bleiben und dass die Staaten sich stärker für die Beendigung blutiger Konflikte wie derzeit in Syrien und im Irak einsetzen. Der in Cambridge promovierte Jurist war maßgeblich an der Einrichtung des internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag beteiligt und ist Fürsprecher einer stärker auf Interventionen ausgerichteten Politik der Vereinten Nationen. Von 1994 bis 1996 war er am UN-Friedenseinsatz im zerfallenden Jugoslawien, später auch in zahlreichen anderen Konflikten im UN-Einsatz. Nach sexuellen Übergriffen von Blauhelmsoldaten im Kongo 2004 ging Al-Hussein als Beauftragter des UN-Generalsekretärs den Vorwürfen der Vergewaltigung und des Kindesmissbrauchs nach. Er schlug Maßnahmen vor, wie derartige Straftaten bei UN-Einsätzen verhindert werden könnten. Al-Hussein ist ein entfernter Verwandter des jordanischen Königs Abdullah. Der 50-Jährige gehört sowohl der jordanischen als auch der alten irakischen haschemitischen Königsfamilie an. Sein Großvater war in seiner Familie der einzige Überlebende des blutigen Militärputsches 1958 in Bagdad. Der Prinz gehört somit formell zu den Thronfolgern. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

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