Beim Namen genannt

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Charles Taylor, Liberias früherer Präsident (Foto: dpa, während des Prozesses), ist am Donnerstag vom Sierra-Leone-Tribunal der Vereinten Nationen (UN) der Kriegsverbrechen mitschuldig gesprochen worden. Damit ist der 64-Jährige das erste Ex-Staatsoberhaupt seit den Nürnberger Prozessen, das für derartige Verbrechen von einem internationalen Gericht bestraft wird. Ihm droht jetzt eine lebenslange Haftstrafe. Taylor habe in Sierra Leone blutrünstige Rebellen umfangreich unterstützt und zu Verbrechen angestiftet, erklärte der Vorsitzende Richter Richard Lussick. In dem Konflikt kamen mehr als 120 000 Menschen ums Leben. Das Urteil ist international weitgehend begrüßt worden. Auch die katholische Kirche in Liberia zeigte sich erleichtert. „Dies ist ein guter Tag für die Menschen in Sierra Leone und Liberia und ein wichtiger Beitrag für den Friedensprozess und die Wiederversöhnung in dieser westafrikanischen Region“, sagte Andrew Jagaye Karnley, Bischof der Diözese Cape Palmas aus Liberia, der zurzeit in Deutschland ist, gegenüber dem katholischen Entwicklungshilfswerk „Misereor“ (Aachen). Von Den Haag gehe eine starke Botschaft an alle Despoten und Gewaltherrscher dieser Welt aus, dass Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit von Staatschefs nicht ungesühnt bleiben dürften. Wichtig sei jetzt, dass Taylor nicht allein für die Verbrechen in Sierra Leone verurteilt werde, sondern auch für das große Leid, dass er den Menschen in Liberia zugefügt habe, so Karnley weiter. „Ich bin mir sicher, dass die Menschen in meiner Heimat heute sehr gut schlafen werden“, meinte der Bischof.

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