Aufnahme syrischer Flüchtlinge gefordert

Hildesheim (DT/KNA) Die Flüchtlingsräte aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen fordern ein organisiertes Rettungsprogramm für syrische Flüchtlinge. Die Politik müsse endlich handeln, statt Augen und Ohren vor der Not der Flüchtlinge zu verschließen und alle Verantwortung auf die überforderten Nachbarstaaten abzuschieben, teilten die Gremien am Dienstag in Kiel und Hildesheim mit. Sie unterstützten die Haltung von Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner (SPD), der mehr deutsche Bereitschaft zur Aufnahme syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge als „Gebot der Humanität“ bezeichnet und von der Bundesregierung eine entsprechende Grundsatzentscheidung gefordert hatte. Laut den Flüchtlingsräten leben derzeit in Deutschland rund 33 000 syrische Staatsbürger. Im vergangenen Jahr hätten etwas mehr als 6 000 Flüchtlinge aus Syrien einen Asylantrag in Deutschland gestellt. Rund 1,2 Millionen Syrer befänden sich innerhalb ihres Landes auf der Flucht, über 440 000 registrierte Flüchtlinge suchten nach Angaben des Flüchtlingshochkommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) vom November Schutz in den Nachbarstaaten Libanon, Türkei, Jordanien und Irak. Obwohl der Bürgerkrieg weiter eskaliere und ein Ende der Gewalt nicht absehbar sei, verweigere die Bundesregierung ebenso wie andere Staaten der Europäischen Union bis heute ein Aufnahmeprogramm.

Themen & Autoren

Kirche