Ärzte ohne Grenzen: Lage im Kongo alarmierend

Allgegenwärtige Gewalt: Drei Millionen Menschen auf der Flucht

Berlin (DT/KNA) Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ schlägt Alarm für den Osten der Demokratischen Republik Kongo. Das Ausmaß der humanitären Notlage dort sei gewaltig, heißt es in einem am Montag in Berlin veröffentlichten Bericht. Die Auswertung umfassender medizinischer Daten sowie zahlreiche Berichte von Patienten und Helfern der Organisation zeigten, dass in den östlichen Provinzen „viele Menschen dringend benötigte Nothilfe nicht erhalten“. Das Hilfswerk ruft zu sofortigem Handeln auf, um das Leiden der Bevölkerung zu mildern. Die Organisation behandelt nach eigenen Angaben mehr als eine Million Patienten in der Demokratischen Republik Kongo. Viele Dörfer im Osten des Landes seien wegen der schlechten Infrastruktur oder aufgrund von Kämpfen und Vertreibungen von der medizinischen Versorgung abgeschnitten, heißt es in dem Bericht weiter. Besonders dramatisch sei die Situation für knapp drei Millionen Vertriebene, die innerhalb des Landes auf der Flucht seien und dabei „bei der einheimischen Bevölkerung unterkommen oder sich in Wäldern versteckt halten“. In den umkämpften Gebieten im Osten des Landes seien zudem viele von der Gesundheitsversorgung ausgeschlossen, „weil sie für die Leistungen des Staates, aber auch von Nichtregierungsorganisationen, oft bezahlen müssen“. Dabei sehe das nationale Gesundheitssystem kostenlose medizinische Versorgung in Notsituationen vor. Zudem zwinge die allgegenwärtige Gewalt medizinische Helfer immer wieder, Hilfsprogramme zu unterbrechen. Auf die Helfer werde außerdem Druck ausgeübt, Hilfe in bestimmte „befreite“ Zonen fließen zu lassen, um so Konfliktgebiete zu „stabilisieren“ und die staatliche Autorität zu stärken. Durch Krankheiten wie Masern, Malaria und Cholera müssten viele Menschen sterben, obwohl dies verhindert werden könnte. „Ärzte ohne Grenzen“ forderte, die Hilfe müsse „allein an den Bedürfnissen der Menschen und nicht an politischen Zielen ausgerichtet sein“.

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