Würzburg

Zeuge für die Macht des Gebetes

Pater Tom Uzhunnalil war 18 Monate in der Gefangenschaft von Islamisten.

Pater Tom Uzhunnalil
Pater Tom Uzhunnalil wird nach der Befreiung aus seiner Gefangenschaft von Papst Franziskus empfangen. Foto: dpa

Der indische Salesianerpater Tom Uzhunnalil hat den diesjährigen Stephanuspreis erhalten, eine Auszeichnung, die von der „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ in Frankfurt am Main vergeben wird. Pater Tom war von März 2016 bis September 2017 im Jemen von Islamisten gefangengehalten worden. Jetzt reist er um die ganze Welt und berichtet von seinen Erfahrungen. „Ich bin hier als Zeuge für diese Wahrheit, dass der Herr unsere Gebete beantwortet. Gebete sind sehr mächtig“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Im Jemen entführt

Als 15-Jähriger war Tom Uzuhunnalil in Indien dem Salesianerorden beigetreten. Nach seiner Priesterweihe 1990 arbeitete er zunächst 20 Jahre in seinem Heimatland, bevor er 2010 die Möglichkeit bekam, in den Jemen zu gehen. Dort betreute er als Seelsorger die Missionarinnen der Nächstenliebe und ausländische Christen.

Am 4. März 2016 drangen Islamisten in das Gelände der Mutter-Teresa-Schwestern ein, erschossen mehrere Personen, darunter vier Schwestern und entführten Pater Tom. Er sei gut behandelt und körperlich nicht gequält worden, betont der Priester. „Aber eine Gefangenschaft ist eine Gefangenschaft.“ Depressionen und Alpträume habe er jedoch nie gehabt. Er ist sich sicher, dass die weltweiten Gebete ihn durch diese Monate getragen haben.

In jedem Leid liegt Sinn

In der Entführung sieht er Gottes Willen. In jedem Leid, so ist Pater Tom überzeugt, liegt ein tieferer Sinn. Vielleicht stammt aus dieser Überzeugung der ungewöhnliche Frieden, den er ausstrahlt.

DT/ama

Ein ausführliches Porträt des Salesianerpaters und Stephanuspreisträgers Tom Uzhunnalil lesen Sie in der „Tagespost“ vom 19. September 2019.

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