UN-Hilfswerk fordert flexiblere Hilfen

Berlin (DT/KNA) Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen fordert zum heutigen Welternährungstag ein flexibleres System der humanitären Hilfe. Da die Krisen auf der Welt tendenziell zunähmen, müsse heute doppelt so viel Hilfe geleistet werden wie vor zehn Jahren, sagte der Leiter des WFP für Deutschland und Österreich, Ralf Südhoff, am Mittwoch im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Die Vielzahl der Krisen führe dazu, dass das begrenzte Budget für die Hilfe nicht mehr ausreiche. Verstärkt würden die Herausforderungen für die Hilfswerke dadurch, dass bei vielen Krisen kaum private Spender zu gewinnen seien. „Für Opfer von Konflikten wird leider nur ein Bruchteil dessen gespendet, was bei Naturkatastrophen großzügig gegeben wird“, so Südhoff. „Da ist auch ein Umdenken der privaten Spender wichtig.“ Er appellierte an die Bundesbürger, nicht für bestimmte Krisen oder bestimmte Personen zu spenden, sondern an eine vertrauenswürdige Organisation. Die absolute Zahl der hungernden Menschen, erklärte Südhoff weiter, sei „noch immer absurd hoch“ – trotz beeindruckender Erfolge im Kampf gegen den Hunger. „Wir produzieren heute mehr Nahrungsmittel, als wir weltweit bräuchten“, so der Experte.