Sterbehilfe im Ärzterecht neu regeln

Mediziner wollen Suizidhilfe legalisieren, die „mit dem Gewissen vereinbar ist“

Düsseldorf (DT/KNA) Die Bundesärztekammer plant eine Änderung des Berufsrechts für Mediziner im Hinblick auf die Sterbehilfe. Ihr Präsident Jörg-Dietrich Hoppe sagte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Mittwoch), er stelle sich eine Formulierung vor, wonach ein Arzt Menschen beim Suizid helfen dürfe, wenn er das „mit seinem Gewissen vereinbaren könne“. Zugleich sollte aber klargestellt werden, dass dies „nicht zur Aufgabe des Arztes gehört“. Weiter betonte Hoppe: „Wir wollen keinesfalls eine Entwicklung befördern, in der ein Druck auf Schwerkranke entsteht, freiwillig in den Tod zu gehen.“ Die Mediziner wollen mit der Änderung ihr Berufsrecht an die Gesetzeslage anpassen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte im Juni entschieden, dass ein Abbruch lebenserhaltender Behandlungen auf der Grundlage des Patientenwillens nicht strafbar ist. Während Politiker das Urteil begrüßten, sprachen besonders Vertreter der katholischen Kirche von einer ethisch nicht zu rechtfertigenden Entscheidung. Die Karlsruher Richter hatten das Urteil gegen einen Rechtsanwalt aufgehoben, der wegen versuchten Totschlags zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt worden war. Er hatte einer Mandantin geraten, bei ihrer im Wachkoma liegenden Mutter den Schlauch der Magensonde zu durchtrennen. Die seit einer Hirnblutung im Koma liegende unheilbar Kranke hatte früher laut ihrer Tochter den Wunsch geäußert, in diesem Fall die künstliche Ernährung einzustellen.