Schweiz: Heime sollen Suizidbeihilfe zulassen

Lausanne (DT/KNA) Im Schweizer Kanton Waadt sollen die Alters- und Pflegeheime verpflichtet werden, Suizidbeihilfe künftig zuzulassen. Dafür will die Kantonsregierung strenge allgemeingültige Rahmenbedingungen einführen, wie Schweizer Medien am Wochenende berichteten. Bei der Vorlage handelt es sich um einen Gegenvorschlag zu einer 2009 eingebrachten Volksinitiative der Sterbehilfeorganisation Exit. Sie verlangt, dass jedes Alters- und Pflegeheim, das vom Staat Subventionen erhält, auch Suizidhilfe zulassen muss. Der Gegenvorschlag sieht vor, Suizidhilfe in allen Alters- und Pflegeheimen sowie in öffentlichen Spitälern zuzulassen – allerdings unter strengen Bedingungen. So müssen Personen, die mit Hilfe einer Sterbehilfeorganisation aus dem Leben scheiden wollen, urteilsfähig sein, an einer schweren und unheilbaren Krankheit leiden und bereits über längere Zeit den Wunsch zu sterben geäußert haben. Ihnen müssen zudem palliativ-medizinische Betreuungsmaßnahmen vorgeschlagen werden. Bei der Einreichung der Initiative im Jahr 2009 hatte die Sterbehilfeorganisation Exit erklärt, dass sie das Volksbegehren möglicherweise zurückziehen würde, falls vom Kantonsparlament ein „annehmbarer Gegenvorschlag“ verabschiedet werde. (siehe Kommentar unten)