„Schicksal der ganzen Menschheit“

Diözesanempfang in Würzburg mit Kardinal Óscar Rodríguez Maradiaga – Rund 1 500 Gäste aus Politik, Kirche, Caritas und Gesellschaft

Würzburg (DT/POW) Der Klimawandel und die damit verbundene Zerstörung von Luft und Wasser, Regenwäldern und Erde sind die wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit. Das hat Kardinal Óscar Rodríguez Maradiaga, Erzbischof von Tegucigalpa in Honduras, vor rund 1 500 Gästen beim Diözesanempfang am Donnerstagabend, 15. Januar, in der Universität am Hubland betont. Der Kardinal ist Präsident von Caritas Internationalis und Koordinator des Kardinalsrats, der Papst Franziskus bei der Leitung der Weltkirche berät. „Mit dem Klimawandel berühren wir einen Kernpunkt, der das Schicksal der ganzen Menschheit betrifft.“ Zugleich kritisierte er die Rolle der Politik. „Wir sehen eine Politik, der es vor allem um Machterhalt geht und darum, die nächsten Wahlen zu gewinnen. Wir sehen keine Strategien, die die Zukunft der Menschheit im Blick haben und das Wohlergehen künftiger Generationen.“ Mehrfach wurde sein Vortrag vom Applaus der Zuhörer unterbrochen. Der Klimawandel und die damit verbundene Verschmutzung und Zerstörung der gemeinsamen Güter sei das „wichtigste Zeichen der Zeit“, sagte Kardinal Maradiaga. Der Klimawandel werde alle Menschen betreffen, vor allem die Armen. „Er ist keine technologische Frage, sondern eine höchst ethische.“ Auch Papst Franziskus habe seit Beginn seines Pontifikats unterstrichen, wie wichtig der Schutz der Umwelt sei, und bereite eine Enzyklika zum Thema Klimawandel vor, die voraussichtlich im März veröffentlicht werden solle. Dialog, die Teilhabe an den Gütern, die Ehrfurcht vor dem Leben und der Würde der Person, das Gemeinwohl, das Gleichgewicht der internationalen Mächte – das seien die Themen, die auf ihrer Liste ganz oben stehen müssten.

In seiner Begrüßung hatte Bischof Dr. Friedhelm Hofmann eine Zeitungsmeldung zitiert, nach der ein vermeintlicher Geldregen in Shanghai eine Massenpanik ausgelöst habe, bei der 36 Menschen starben. „Für mich zeigt dieses Ereignis, was eine unbeherrschte Gier nach Geld anrichten kann“, sagte der Bischof. „Die Menschen müssen aufhören, dem vermeintlichen Geldregen nachzujagen, sondern sich den Aufbau gerechterer Lebensbedingungen zur Aufgabe machen. Dann wird Leben gerettet.“ Als „ältester und größter Global Player“ müsse die Kirche mitwirken am Aufbau einer friedvollen, menschenwürdigen Welt.