Manipulationsverdacht bei Organvergabe in Berlin

Berlin (DT/KNA) Im Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) haben Prüfer mehrere Transplantationen beanstandet. Patienten sollen zwischen 2010 und 2012 hoch dosierte herzstärkende Medikamente bekommen haben, ohne dass dies ausreichend begründet worden sei, wie der Berliner „Tagesspiegel“ vom Freitag berichtet. Solche Mittel werden in höheren Dosen verabreicht, wenn sich der Zustand von Patienten verschlechtert. Die Medikamente könnten, so der vorläufige Verdacht, eingesetzt worden sein, damit DHZB-Patienten auf den klinikübergreifenden Wartelisten für Spenderherzen vorrücken und somit bei der Vergabe eher berücksichtigt werden. Ein Bericht der zuständigen Prüfkommission liegt nach Angaben der Zeitung nicht vor. Er werde im September erwartet. Ein vom DHZB beauftragter Rechtsanwalt habe sich am Donnerstag an die Staatsanwaltschaft gewandt und von sich aus eine Prüfung der Vorgänge angeregt. Die Staatsanwaltschaft prüfe den Anfangsverdacht einer Straftat, so die Zeitung. Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) sagte dem „Tagesspiegel“, er sei vergangene Woche über die Prüfung informiert worden. Er habe das DHZB um schriftliche Stellungnahme gebeten, welche Maßnahmen ergriffen worden seien, um Missbrauch auszuschließen. Die Stellungnahme sei Mittwoch eingetroffen.