Kambodscha: Mehr als 500 Opfer klagen Rote Khmer an

Phnom Penh (DT/KNA) Das internationale Tribunal zur Aufarbeitung der Verbrechen der Roten Khmer in Kambodscha ist einen großen Schritt weitergekommen. Zwischen Oktober 2007 und Februar 2008 sind mehr als 500 Klagen von ehemaligen Opfern der Roten Khmer bei dem Gerichtshof in Phnom Penh eingegangen, wie das Tribunal nun mitteilte. Sie wollen als Nebenkläger zugelassen werden. Das Tribunal sei das erste Gericht in der Geschichte des internationalen Strafrechts, bei dem die Opfer vollständig in die Verfahren mit einbezogen würden, sagte Gabriela Gonzalez Rivas, stellvertretende Leiterin der „Victims Unit“. Diese Abteilung zur Begutachtung der Anträge und zur Aufklärung der kambodschanischen Bevölkerung über ihre Rechte vor dem Tribunal werde in den nächsten drei Wochen voll arbeitsfähig sein. Obwohl das aus kambodschanischen und internationalen Juristen zusammengesetzte Tribunal bereits seit Juli 2006 tätig ist, sind die ersten Klagen erst ab vergangenem Oktober eingegangen. Ein Sprecher des Tribunals führte dies auf die erforderliche intensive Aufklärungsarbeit von Mitarbeitern des Gerichtshofes in allen Provinzen des südostasiatischen Landes zurück. Zahlreiche frühere Opfer des Terrorregimes hätten so zum ersten Mal von der Möglichkeit gehört, ihre Rechte einzuklagen. Robert Petit, einer der Hauptankläger des Tribunals, sagte, die Informationen der Opfer könnten entscheidend für den Erfolg des Tribunals sein.