Indische Universität nach 800 Jahren wiedereröffnet

Neu Delhi (DT/dpa) Die Nalanda-Universität im Norden Indiens hat nach mehr als 800 Jahren Unterbrechung den Lehrbetrieb wieder aufgenommen. Die Universität war im 5. Jahrhundert gegründet worden und gehörte zu den bedeutendsten wissenschaftlichen Stätten der Antike. Bis zu 10 000 Menschen studierten dort etwa buddhistische Lehren, Geschichte, Architektur, Medizin und Astronomie. Für den gestrigen Neustart seien zunächst 15 Studenten immatrikuliert worden; diese Zahl solle bis 2020 steigen, berichtete die indische Agentur IANS. Kanzler der Universität ist der Wirtschaftsnobelpreisträger Amartya Sen. Die antike Hochschule habe Gelehrte aus ganz Asien angezogen, erklärte Sen in einer Mitteilung. „Auch die Wiederbelebung ist eine pan-asiatische Initiative.“ Unterstützt wird das Projekt von Myanmar, Laos, Kambodscha, Indonesien, Brunei, Australien, und Neuseeland.

Der neue Campus wird derzeit in Rajgir im Bundesstaat Bihar erbaut, etwa zwölf Kilometer vom historischen Ort entfernt. Die antike Universität wurde im 12. Jahrhundert von einer türkischen Armee zerstört. „Nalanda hörte just auf zu existieren, als in Bologna, Paris und Oxford zu Beginn des zweiten Jahrtausends Universitäten gegründet wurden“, schreibt die Universität.