Würzburg

Glosse: „Madonna“, „Lourdes“ etc.

Mitten im Kulturkrieg eine „große Botschaft der Liebe“.

80 Jahre Nylon
20.09.2018, Italien, Mailand: Ein Model trägt Minikleid und knielange Nylonstrümpfe, eine Kreation aus der Damenkollektion von Prada für Frühjahr-Sommer 2019 während der Fashion Week. Foto: Antonio Calanni (AP)

Die „Umwertung aller Werte“ geht weiter. Mit „Lourdes“ assoziiert der säkulare Citoyen kaum noch einen heiligen Ort, stattdessen die Tochter einer kühl kalkulierenden Geschäftsfrau, die als Sängerin unter dem Namen „Madonna“ berühmt wurde. Wo der Tabu-Bruch schon zu Mamis Repertoire gehörte, möchte die Tochter nicht zurückstehen. Wie die BILD-Zeitung berichtet, war die 23-Jährige Star einer Performance, die „eine große Botschaft vermitteln sollte – eine Botschaft der Liebe“.

Orgie mit animalischem Eros

 

Warum man die anhand einer Orgie darstellen muss, konnte Carlota Guerrero, Regisseurin von „Love different“, nicht erklären. In Wahrheit ging es ja auch um Werbung für die Modemarke „Desigual“. Promi-Tochter „Lourdes“ trat als letzte Performerin auf und trug vor allem ihren Namen, ansonsten nicht viel. Am Ende waren alle nackt und wälzten sich ineinander verschlungen herum. „Bitte teilt diese Botschaft der Liebe, der Multikulturalität und der Vielfalt“, heißt es in einem Kommentar des Modelabels. Wieso hat eine Orgie etwas mit Liebe zu tun? Allenfalls mit animalischem Eros. Natürlich geht es in Wahrheit darum, Ausschweifung zur Normalität zu erklären. Wir sind mitten in einem Kulturkrieg gegen das Christentum. Werte, die noch vor wenigen Jahren gültig waren, werden systematisch attackiert. Es ist wie Sodom und Gomorra – ohne Anführungszeichen.

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