Cape Canaveral

Glosse: Krimi im Weltraum

Erste Weltraum-Straftat?

Weltraum - Außeneinsatz an der ISS
Andrew Morgan, Astronaut der Nasa aus den USA, arbeitet an der Internationalen Raumstation (ISS) während eines sechsstündigen Außeneinsatzes. Foto: Nasa (ZUMA Wire)

Ist man denn nirgendwo mehr sicher? Aufgeregt melden die internationalen Medien, dass sich die NASA-Astronautin Anne McClain (40) der ersten Weltraum-Straftat schuldig gemacht habe. Oh Gott. Meuterei auf Sojus MS-11? Mord auf der ISS-Expedition 59? Entwarnung. Im Vergleich zu solchen Fantasien handelt es sich um ein harmloses Delikt: Während der 200 Tage, die McClain neulich auf der Internationalen Raumstation ISS, verbracht hat, soll sie sich in das Konto ihrer Ex-„Frau“, Summer Worden, eingeloggt haben. Einfach mal gucken, was sich auf dem Konto so tut. Könnte ja mal nützlich sein. Abgehoben hat sie nichts. Warum auch, schließlich gibt es im Universum (noch) keinen Supermarkt. Der Zugriff kam raus, weil Worden bemerkte, dass von einem NASA-Computer aus geschnüffelt wurde. Mein Onkel vom Mars? Nein. Meine Ex-Flamme von der ISS! Nun haben die Produzenten der Weltraum-Literatur und Filme die „unendlichen Weiten“ nie verklärt. Schon Captain Kirk musste sich mit außerirdischen Schurken rumschlagen. In Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ entfaltet der Bordcomputer HAL 9000 kriminelle Energie. Doch wird nicht auch schon anhand von „Star Wars“-Bösewicht Darth Vader deutlich, dass der Mensch selbst da draußen auf die dunkle Seite gezogen werden kann? Man merke sich also: Hinterm Mond ist vor dem Mond, und wer seine Feinde dorthin wünscht, ist das Problem noch lange nicht los.