Glosse: Gewächshaus Notre-Dame

Orangenernte auf der Insel Mainau
Alois Englmaier, Gaertnermeister auf der Blumeninsel Mainau im Bodensee, erntet am Mittwoch (28.01.1998) die ersten Orangen im Palmenhaus. Allerdings, sind die Fruechte mangels genuegender Sonnenstrahlen sehr sauer. dpa COLORplus Foto: Patrick Seeger (dpa)

Starker Wirtschaftsaufschwung in Frankreich: Nachdem das Dach der Pariser Kathedrale Notre-Dame nach dem tragischen Brand zum größten Gewächshaus Europas umfunktioniert wurde, ist die Produktion von Obst und Gemüse auf ein Rekordhoch gestiegen. „Der Brand ist das Beste, was uns passieren konnte“, erklärte ein Regierungssprecher. Vor allem Südfrüchte gedeihen prächtig. Besänftigt dürften Kritiker sein, die für einen Anbau traditioneller Obstsorten wie Äpfeln und Birnen plädierten. Nur auf exotische Gewächse zu setzen sei „banane“, kommentierte die Öko-Partei „Rassemblement frugale“ die Saatpolitik.

Besonders in den USA erfreuen sich nun französische Curubas, Kakis und Tamarillos großer Beliebtheit – was US-Präsident Trump mit Neid und Bewunderung quittierte. Insidern zufolge soll er den Wunsch geäußert haben, auf dem Dach des Kapitols in Washington auch so ein „riesiges, wunderschönes“ Gewächshaus errichten zu lassen. Experten sollen prüfen, ob ein Abbau des steinernen Kuppeldachs innerhalb der ersten Amtsperiode realistisch ist.

Nicht mehr länger nachtrauern wird Frankreichs Präsident seiner ursprünglichen Vision, auf dem Dach Notre-Dames ein großes Schwimmbecken, den „Ely-See“, zu errichten. Dort sollten 2024 die olympischen Schwimmwettkämpfe stattfinden. Viele Athleten hatten daraufhin jedoch ihre Teilnahme in Frage gestellt. Die religiöse Neutralität der olympischen Gewässer sei so nicht mehr gewährleistet.