Würzburg

Glosse: Alternative Fernbus

Der neue Tag beginnt mit einer bösen Überraschung...

Fernbusunternehmen Flixbus
Busse des Unternehmens Flixbus stehen am Hauptbahnhof an einem Terminal für Fernbusse. Foto: Arne Dedert (dpa)

Die Zeiten, da man sich als acht-köpfige Familie in den Flieger setzte, um nach Italien zu düsen, sind vorbei. Mit dem Schiff über die Alpen, das geht auch nicht. Bleibt der Neunsitzer, von dem der Automechaniker versicherte, dass wir die Reise ohne Bedenken antreten könnten. Wieso er das trotz kaputter Klimaanlage und Batterieschaden sagte, bleibt sein Geheimnis. Zwei Stunden vor dem heiß ersehnten Ziel passierte es dann: Der Opel gab den Geist auf. Was nun? Nach Stunden des Zeit-tot-Schlagens mit „Stadt, Land, Fluss“ kam der Abschleppdienst. Zielort: die nächste italienische Kleinstadt, direkt vor die Tore einer Werkstatt. Mitternacht, umliegend nur teure Hotels – bleibt die ökologisch und ökonomisch vertretbare Übernachtung im Neunsitzer. Schlafplätze auf Luftmatratzen. Der Rest schläft auf den Autobänken und -böden. Der neue Tag beginnt mit einer bösen Überraschung: Der Automechaniker kann den Batterieschaden nicht beheben. Genauso nicht der zweite und dritte. Bei den Autovermietungen geht niemand ans Telefon. War's das mit Italien? Die Millenials der Familie haben die rettende Idee: Fernbus! Ökologisch völlig ok. Noch besser: In diesem verschlafenen Nest gibt es eine Haltestelle des grünen Wunders auf vier Rädern, das uns an unser Ziel bringen kann. Das tolle italienische Wochenende ist gerettet! Und der Neunsitzer? Und die Batterien? Na ja, haben Autos nicht auch ein Recht, für die Zukunft zu streiken?