Würzburg

GLOSSE: Unter Verdacht

Ein Videopost von Xavier Naidoo kostete den Sänger jetzt seinen Jury-Job bei DSDS.

Xavier Naidoo
Rechenbeispiel alias Xavier Naidoo: Dreimal "F" gibt "666". (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert (dpa)) Foto: Klaus-Dietmar Gabbert (dpa)

Xavier Naidoo hat mal wieder für einen Skandal gesorgt. Diesmal war es keine Rede vor „Reichsbürgern“, sondern ein Video. Darin äußert sich der Soulsänger und Juror des RTL-Quotenrenners „Deutschland sucht den Superstar“ kritisch über den Umgang mit straffälligen Ausländern. Prompt gab es Protest. Zugegeben, sein Rap war nicht erste Sahne, Gesang mau, Performance schlapp. Aber inhaltlich scheint er nicht ganz so falsch zu liegen. Das Bundeskriminalamt bestätigt, dass 2019 „261 Straftaten gegen das Leben“ begangen wurden, „bei denen mindestens ein Zuwanderer als Verdächtigter“ gilt. Doch als Hauptverdächtiger gilt nun Naidoo, der bekanntlich selbst einen Migrationshintergrund besitzt.

Dreimal "F" gleich "666"

Der legt nun nach und verteufelt „Fridays For Future“ – buchstäblich. „F“ sei der sechste Buchstabe im Alphabet, so Naidoo. Er legt deshalb nahe, das FFF-Kürzel der Klima-Bewegung in einem antichristlichen Kontext zu lesen: 666. Katholische Verschwörungstheoretiker werden begeistert sein – allerdings nur, solange sie sich nicht hören, was Naidoo über ihre Kirche sagt, die ihm nämlich auch verdächtig ist. Wenn auch nicht aufgrund der Buchstaben. Mein Verdacht: Jeder verdächtigt jeden.

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