Wien

GLOSSE: Er ist wieder da

Heinz-Christian Strache hat die Nase von der Politik noch nicht voll.

Der ehemalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache
Der ehemalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, bemüht sich jetzt um ein Mandat im Wiener Gemeinderat. Foto: Herbert Neubauer (APA)

Politik ist eine starke Droge, und Heinz-Christian Strache kann einfach nicht von ihr lassen. Nach dem Ibiza-Skandal, den er zur „b'soffnen G'schicht“ kleinzureden suchte, nach dem unrühmlichen Abgang als Österreichs Vizekanzler und FPÖ-Parteichef, nach allem Hickhack mit den einstigen Genossen, pardon, „Freunden“, da hätte man meinen können, Strache habe die Nase gestrichen voll. Bevor ihn seine einstigen Höflinge und Claqueure mit nassen Fetzen davonjagen konnten, erklärte er den Ausstieg aus der Politik. Aber es ist wie mit dem Krokodil im Kasperltheater. Und wie mit seinem einstigen Mentor und späteren Feind Jörg Haider, der einst auch sprach „bin schon weg“ – und rasch wieder da war.

Nun also tritt Strache gegen den roten Bürgermeister in den Ring. Als Kandidat einer FPÖ-Abspaltung, die ohne ihn nicht einmal unter dem Mikroskop erkennbar wäre. Mit seiner Hilfe, seinem Charisma und dem Rest seiner durch keinen noch so schmutzigen Skandal erschütterbaren Fans wird das DAÖ schon in den Gemeinderat kommen... Tolle Karriere: vom Vizekanzler zum Gemeinderat! Politik ist nicht nur eine starke Droge. Sie vernebelt auch die Sinne.

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