Berlin

GLOSSE: Angies magisches Fell

Mit Norbert Röttgen greift eine alte, graue Eminenz nach dem Fell der Macht.

Norbert Röttgen
Norbert Röttgen, CDU-Bundestagsabgeordneter und Kandidat für den CDU-Parteivorsitz. Foto: Kay Nietfeld (dpa)

Nun also Norbert Röttgen. Nach drei gefühlten Bewerbern um den CDU-Vorsitz & mehr, greift auch Merkels alte, graue Eminenz nach dem Fell, das die Macht bedeutet. „Die Lage ist so ernst, dass es um die Zukunft der CDU geht und darum, was sie für die Stabilität Deutschlands bedeutet.“ Das klingt entschlossen, aber auch nichtssagend. So, wie es eben klingen muss, wenn ein Kaltgestellter sich aus dem Off zurückmeldet und unbedingt auf die große Bühne (zurück) will.

Merkwürdig lasch, lahm und zahnlos, so wie alles, was die Merkel-Jäger aus NRW bisher gesagt haben. Inklusive Annegret Kramp-Karrenbauer, die vor über einem Jahr einen Teil des Fells scheinbar geschenkt bekam und sich seitdem mit Worten und Initiativen so sehr verhaspelt hat, dass sie mit leeren Händen dasteht. Woran das liegt? Hat das Fell von Angela Merkel, der großen CDU- und Kanzler-Bärin, im Laufe der Jahre eine magische Konsistenz angenommen? Ist es parteipolitische, postdemokratische Hexerei? Wird jedem das Fell abgezogen, der nur daran denkt, es ihr abzuziehen? Iwo. Es bewahrheitet sich nur die alte Regel: „Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.“ Sonst kommt es zum Bärendienst.

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