Erstmals feiert die Türkei den Holocaust-Gedenktag

Istanbul (DT/KNA) In der Türkei soll am heutigen Donnerstag, 27. Januar, der Holocaust-Gedenktag zum ersten Mal mit einer offiziellen Feierstunde begangen werden. Zu der Gedenkfeier in der Istanbuler Synagoge Neve Shalom werden leitende Beamte des Außenministeriums erwartet, wie die regierungsnahe Zeitung „Zaman“ (Mittwoch) berichtet. Auch der Gouverneur von Istanbul, Avni Mutlu, wolle teilnehmen und gemeinsam mit Oberrabbiner Rav Isak Haleva eine Kerze zum Gedenken an die Opfer des Völkermordes entzünden. Die Feierstunde findet zu einer Zeit erhöhter Spannungen im Verhältnis zwischen den früheren Partnern Türkei und Israel statt. Untersuchungskommissionen beider Länder hatten am Wochenende die jeweilige Gegenseite für den Tod von neun Menschen beim israelischen Angriff auf eine türkische Hilfsflotte für den Gazastreifen im Mai 2010 verantwortlich gemacht.

Die Neve-Shalom-Synagoge ist die bedeutendste Synagoge der rund 20 000 Juden in der Türkei. In den Jahren 1986, 1992 und 2003 war das Gotteshaus Ziel von Terroranschlägen.