„Das Programm wird bunt, für jeden ist etwas dabei“

Im Bergischen Land: Wer nicht nach Sydney fährt, kann im Weltjugendtagscamp in Altenberg eine Alternative finden

Odenthal (DT) Benedetto-Rufe, die Nacht unter freiem Himmel auf dem Marienfeld, neue Freunde aus aller Welt: Viele deutsche Jugendliche denken gern an den Weltjugendtag 2005 in Köln zurück. Mitte Juli ist es wieder so weit; das nächste Jugendtreffen mit Papst Benedikt XVI. steht vor der Tür. Australien erwartet 125 000 Gäste aus aller Welt, darunter 6 000 deutsche Pilger. Die größte Gruppe stellt mit 600 Jugendlichen das Gastgeberbistum von 2005, die Erzdiözese Köln. Sie bringt 50 Jugendliche aus litauischen Partnerbistümern mit. Doch was machen die, die nicht die 17 000 Kilometer und 30 Stunden Flug auf sich nehmen können? Ganz einfach: Für sie kommt Sydney nach Odenthal-Altenberg im Bergischen Land.

„Ich bin nicht traurig, dass ich nicht nach Australien fliege“, sagt Christian Linker (33), Kölner Diözesanvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Er ist einer von denen, die statt Sydney Altenberg gewählt haben. Hier organisieren Erzbistum und BDKJ ein Camp für Daheimgebliebene – denn die Reisekosten von mehr als 2 000 Euro kann längst nicht jeder zahlen. Leiter der Zeltstadt ist der Diözesankurat der Pfadfinder, Johannes Meißner: „Wir können und wollen in Altenberg nicht den großen WJT wiederholen. Aber wir wollen Jugendlichen, die nicht nach Australien können, einen fröhlichen Rahmen bieten, in dem sie in großer Gemeinschaft teilnehmen können.“

Die Höhepunkte von Sydney werden in Altenberg über Public Viewing hautnah mitzuerleben sein. „Darauf freue ich mich. Australien ist zu teuer, Altenberg ist eine tolle Alternative“, findet die 20-jährige Anne aus Rösrath, die noch immer vom WJT 2005 schwärmt: „Christen aus der ganzen Welt haben in Köln zusammen gebetet und gefeiert. Die Stimmung war superfriedlich und schön.“ Besonders gut haben ihr die Taize-Andachten in der Kölner Kirche Sankt Agnes gefallen – wegen der „wunderschönen Gesänge“.

Die Organisatoren des Camps arbeiten seit vergangenem Jahr daran, damit Anne und andere junge Christen das Camp so in Erinnerung behalten wie Köln 2005. Beteiligt an den Planungen sind etwa die Jugendseelsorge des Erzbistums, BDKJ, Schulpastoral und Jugend 2000. „Das Programm wird bunt, für jeden ist etwas dabei“, meint Linker. „Wir haben im Unterschied zu 2005 die Möglichkeit, ohne strenge Auflagen zu feiern – die Internationalität und das Weltumspannende.“ Jeder Tag soll unterschiedlich gestaltet sein. Den WJT-Kreuzweg am Freitag werden die Jugendlichen in Altenberg auch selbst gehen. Dazu wird der Dom rot angestrahlt.

Wie in Australien soll auch in Altenberg die Nacht vom 19. auf den 20. Juli durchgemacht werden. Zunächst wird eine Zusammenfassung der Vigil aus Sydney übertragen, dann parallel zu Australien Schlussgottesdienst gefeiert: „Die feiern in praller Mittagssonne in Sydney, wir mitten in der Nacht in Altenberg“, freut sich Linker. Aus einem der im Camp geplanten Workshops soll ein Chor hervorgehen, der die Feier begleitet und „der ganzen Gruppe einheizt“, hofft Camp-Chef Meißner.

Wer vom 16. bis 20. Juli ins Altenberger Zeltlager einziehen will und zwischen 15 und 30 Jahre alt ist, kann sich noch anmelden. Das gilt laut Meißner vor allem für Gruppen. Einzelne Teilnehmer könnten auch spontan einchecken. Die Veranstalter bieten Platz und Verpflegung für 2 000 Teilnehmer und hoffen, dass das Camp voll wird. Damit rund um den Altenberger Dom dasselbe Flair aufkommt wie um den Kölner vor drei Jahren.