Augsburg

Briefe vom Christkind

Endlich eine Antwort: „Post für Kinder“ erfüllt große Träume kleiner Menschen.

Post für Kinder
So kann man Kinder glücklich machen: mit einer überraschende Antwort auf den Brief ans Christkind oder einer lieben Nachricht vom Engel, der Zahnfee oder dem Osterhasen. Foto: Post für Kinder

Es ist eine Kindheitserinnerung, die viele kennen: die hoffnugnsvoll gekritzelten Wünsche ans Christkind, die gemalten Grüße an den Osterhasen, der Brief an den Nikolaus. Eine schriftliche Antwort bekamen diese Botschaften meist nicht. Ein junges Start-Up hat es sich jetzt zur Mission gemacht, dieser Enttäuschung mit Kreativität und Liebe ein Ende zu bereiten. Seit einem Jahr können Eltern, Tanten, Onkel, Paten, Großeltern bei „Post für Kinder“ Briefe von typischen Kindheitsfiguren bestellen und damit ihren Kleinen eine Freude bereiten.

Der Gründer des Portals, Ioannis Papahristu, ist selbst Vater von zwei Kindern. Die Idee zu „Post für Kinder“ entwickelte sich zum einen durch die Erfahrung mit dem schon länger bestehenden Online-Kartenversand „HOHOI“. Zum anderen war es vor allem die eigene Kindheit, die den mittlerweile 40-Jährigen inspiriert hat: „Ich erinnere mich, wie ich als kleiner Janni meine Mutter stets darum gebettelt habe, an den Weihnachtsmann, die Zahnfee und andere Fabelwesen aus meiner Kindheit für mich Nachrichten zu schreiben. Ich erinnere mich aber auch daran, wie sehr ich jedes Mal von Neuem enttäuscht war, als kein Brief von meinen Freunden aus dem Land der Sagen und Märchen an mich zurückkam.“

Für leuchtende Kinderaugen und lachende kleine Herzen

Mit „Post für Kinder“ möchte Papahristu „mit euch gemeinsam für leuchtende Kinderaugen und lachende kleine Herzen sorgen“. Das Prinzip ist einfach: Im Online-Portal entscheidet man sich zunächst für einen „Charakter“ und ein konkretes Kartendesign. Zur Auswahl stehen das Christkind, die Zahnfee, Engel, der Osterhase, der Storch, Weihnachtsmann, Nikolaus und Knecht Ruprecht, teilweise in mehreren Varianten. In einem nächsten Schritt kann man online eine individuelle Nachricht eintragen oder auch einen der Beispieltexte übernehmen und anpassen. Der Brieftext wird dann von den Mitarbeitern handschriftlich in die Karte übertragen und mit einer kleinen personalisierten Urkunde im motivlich passenden Umschlag verpackt. Mit Wachs und Stempel versiegelt wird die Post schließlich zum Wunschtermin nach Hause geliefert. Knapp 15 Euro kostet ein solcher Brief. Dem Gründer ist wichtig, dass trotz des aufwändigen Verfahrens der Preis möglichst niedrig und die „Post für Kinder“ somit für hoffentlich jeden erschwinglich bleibt. Bisher ist das Portal noch wenig bekannt. Meist sind es Eltern im Alter von etwa 30 Jahren, die für ihre Kleinkinder Briefe bestellen. Auf der Webseite von „Post für Kinder“ finden sich auch Geschichten zum Vorlesen. In Zukunft soll zudem ein Elternjournal mit „vielen interessanten Themen“ online gehen.

„Wir wollen weg von der Technik,
damit die Kinder wieder aktiv werden“
Thomas Fambach, Mitbegründer von „Post für Kinder“

Thomas Fambach, Mitgründer von „Post für Kinder“ wünscht sich, dass das Projekt Nachhaltigkeit und echtes Kindsein fördert. „Wir wollen weg von der Technik, damit die Kinder wieder aktiv werden.“ Dazu sollen auch die kleinen „Überraschungen“ beitragen, die auf Wunsch mit dem Brief verschickt werden können. Die Bastelmaterialien möchten den Kindern helfen, in einer zunehmend digitalisierten Welt wieder selbst produktiv zu werden.

Dem kleinen Unternehmen gelingt damit ein medial-inhaltlicher Spagat: die Unterstützung analoger Kindheitserfahrungen mithilfe der digitalen Möglichkeiten eines Online-Portals. Eine schöne Idee, die tatsächlich viele Kinderaugen zum Leuchten und viele kleine Herzen zum Lachen bringen kann.

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